Welche Unterlagen muss ich in meinem Heimatland vorbereiten, bevor ich die Approbation beantrage?

Wenn Sie als Arzt in Deutschland arbeiten möchten, müssen Sie die deutsche Approbation beantragen. Die Approbation ist eine uneingeschränkte Zulassung zur Ausübung des ärztlichen Berufes.  Zuständig für die Bearbeitung Ihres Approbationsantrages ist die Bezirksregierung des Bundeslandes, in dem Sie eine Tätigkeit als Arzt aufnehmen möchten. Dort müssen Sie auch Ihren Approbationsantrag stellen. 

Bevor wir zu den Unterlagen weitergehen, ein paar wichtige Infos vorab.

Die Approbation wird Ihnen erteilt, wenn:

  1. Sie eine abgeschlossene ärztliche Ausbildung nachweisen können, die mit der deutschen ärztlichen Ausbildung gleichwertig ist. Um dies festzustellen wird durch die zuständigen Behörden eine sog. Gleichwertigkeitsprüfung durchgeführt. Wenn Sie Ihr Medizinstudium in einem Mitgliedstaat der EU, des EWR oder Schweiz abgeschlossen haben, findet eine automatische Anerkennung Ihres Diploms statt gem. der Richtlinie (2005/36/EG). Bei Ärzten, die Ihr Studium in einem Drittland abgeschlossen haben, muss zuerst im Rahmen der Gleichwertigkeitsprüfung geprüft werden, ob die Inhalte Ihres Medizinstudiums deckungsgleich sind mit den Inhalten des deutschen Medizinstudiums.  Sofern Ihre Ausbildung nicht überprüfbar oder nicht gleichwertig ist, können Sie Ihren Kenntnisstand mit einer Gleichwertigkeitsprüfung (Kenntnisprüfung) nachweisen, die an die deutsche Abschlussprüfung angelehnt ist. Da die Gleichwertigkeitsprüfung nicht unerhebliche Kosten verursacht, haben Sie auch die Möglichkeit darauf zu verzichten und direkt die Kenntnisprüfung abzulegen.
  1. Die zweite Voraussetzung ist, dass Sie sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht haben, aus dem sich Ihre Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Berufs ergibt. 
  2. Außerdem müssen Sie nachweisen können, dass Sie zur Ausübung des ärztlichen Berufes gesundheitlich geeignet sind.
  3. Als letztes sollten Sie ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache nachweisen können. Erforderlich sind Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 und Kenntnisse der medizinischen Fachsprache auf Niveau C1 (mehr dazu – hier). 

Gehen wir nun weiter zu den Unterlagen, die Sie in Ihrem Heimatland vorbereiten sollten, bevor Sie den Approbationsantrag stellen. Zum Zwecke der Vereinfachung, haben wir diese für Sie in einer Checkliste zusammengefasst, die Sie hier herunterladen können. 

Bitte beachten Sie, dass wir nur die allgemeinen Unterlagen zusammengefasst haben. Informieren Sie sich bitte vor Antragstellung unbedingt über die genauen Anforderungen der jeweiligen Approbationsbehörde über die Form und Inhalt der benötigten Unterlagen. 

Übersetzungen und Beglaubigungen 

Bitte senden Sie nicht Ihre Originalunterlagen per Post nach Deutschland, zumindest nicht von denjenigen Unterlagen, die Sie nicht ohne Weiteres wieder besorgen können, wie z.B. Ihr Medizindiplom.  Sie gehen so die Gefahr ein, dass diese auf dem Postweg verloren gehen. Machen Sie in Ihrem Heimatland amtlich beglaubigte Kopien der wichtigsten Unterlagen und senden Sie diese nach Deutschland. Alternativ können Sie mit Ihren Originalunterlagen und einfachen Kopien davon den Antrag persönlich bei der Behörde stellen. Informieren Sie sich aber im Vorfeld bei der jeweiligen Behörde, ob dies möglich wäre und ob Sie hierfür einen Termin benötigen.

Alle fremdsprachigen Unterlagen bedürfen eine deutsche Übersetzung durch einen öffentlich bestellten, bzw. beeidigten Übersetzer. Es muss erkennbar sein, dass der Übersetzer eine Übersetzung des Originaldokuments angefertigt hat. Ob die Übersetzung durch einen öffentlichen Übersetzer anerkannt wird oder eine Übersetzung durch einen in Deutschland beeidigten Übersetzer verlangt wird, ist in jedem Bundesland unterschiedlich.  Auskunft hierüber finden Sie ebenso in den jeweiligen Merkblätter der einzelnen Behörden.

Sollten Sie Unterstützung hierfür benötigen, kontaktieren Sie uns  gerne. Unsere Kandidaten führen wir zielgerichtet und zeiteffizient zur deutschen Approbation.

FSP Potsdam // 29.05.2020 // Prüfungsprotokoll

Am 29. Mai 2020 hat einer unserer Teilnehmer seine medizinische Fachsprachprüfung (FSP) in Potsdam abgelegt und mit Bravour bestanden. Der Fall den er bekam, war etwas außergewöhnlich und zeigt, dass die Prüfer der Ärztekammern sich immer neue Geschichten und Fälle einfallen lassen, um Sie und Ihre sprachlichen Fertigkeiten auf den Prüfstand zu stellen. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle einen Rat ans Herz legen, der für alle Ärztinnen und Ärzte gilt: lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen! In der FSP werden Ihre sprachlichen Kenntnisse und Ihre Art der Kommunikation getestet. Sollten Sie eine Frage nicht beantworten können, ist das ok. Dann wissen Sie bitte, wie Sie damit umgehen sollen und wie Sie sprachlich darauf reagieren. 

Sie alle haben Ihr Medizinstudium bereits geschafft, dann schaffen Sie die FSP mit Links! 

Ich hoffe sehr, dass Ihnen der unten beschriebene Fall hilft bei Ihrer Vorbereitung! 

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an den Verfasser der Dokumentation, Sie haben das wirklich perfekt zusammengefasst! Und auch hier nochmal: Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg für Ihre Karriere in Deutschland. 

Autor: Nina Colette (ärztesprech)

Prüfungsprotokoll Potsdam / Mai 2020

Frau Dr. XXX
Musterstraße 18,
12345 Potsdam 

Potsdam, 29.05.2020 

Sehr geehrte Kollegin, 

wir berichten Ihnen nachfolgend über Herrn Martin Hartmann, geb. am 20.05.1990, wohnhaft in Musterstraße 20, 23456 Potsdam, der sich vom 23.04.2020 bis 03.05.2020 in unserer stationären Behandlung befand. 

Diagnose 

Verbrennungstrauma am Thorax 2. Grades 

Herr Martin Hartmann stellte sich am 23.04.2020 wegen seit zwei Stunden bestehender Hautverbrennung am vorderen Teil des Brustkorbes vor, die er beim Grillen von einer großen Flamme bekommen habe. Dabei habe der Patient sofort starke Schmerzen verspürt und es hätten sich an der Haut des Brustkorbes Hautblasen und Rötung gebildet. Der Patient berichtete, dass er zwei Tabletten Paracetamol eingenommen habe, welche die Schmerzen teilweise gelindert hätten. Dyspnoe und Husten wurden verneint. 

Als Vorerkrankungen gab der Patient an, an einer gastroösophagealen Refluxkrankheit zu leiden, die mit Omeprazol eingestellt worden sei. An Voroperationen habe er sich einer Schulterluxation vor 3 Jahren und einer Patellafraktur-Op nach einem Autounfall 2010 unterzogen. 

Bis auf Einschlaf- und Durchschlafstörungen war die vegetative Anamnese unauffällig. 

Nikotinkonsum wurde mit 7.5 py bejaht. Der Patient trinke fünf bis sieben Flaschen Bier pro Tag und drei Gläser Likör pro Woche. Drogenabusus wurde verneint. 

In der Familienanamnese fanden sich ein Mammakarzinom bei der Mutter, das operativ behandelt worden sei, ein Pankreaskarzinom beim Bruder, das mit einer Teilresektion behandelt worden sei und ein Polytrauma beim Vater. 

Der getrennte Elektriker wohne zurzeit in einer Mietwohnung. Er befindet sich aktuell unter Stress wegen seiner Scheidung. 

Herr Hartmann, ein 30-jähriger Patient, war in schmerzbedingt reduziertem Allgemeinzustand sowie normalem Ernährungszustand. Zu allen vier Qualitäten war er orientiert. Klinisch fanden sich Erythema, zahlreiche Hautblasen und Druckdolenz an der Haut des vorderen Brustkorbes mit ca. 9% der Hautoberfläche sowie Tachykardie. Die übrige klinische Untersuchung war unauffällig. 

Die stationäre Aufnahme erfolgte mit dem Verdacht auf ein Verbrennungstrauma am Thorax 2. Grades.  

Laborchemisch wurden ein regelrechtes Hämoglobin und leicht erhöhte Entzündungsparameter nachgewiesen.  

Radiologisch stellten sich keine Auffälligkeiten dar. 

Nach entsprechender Vorbereitung und Aufklärung des Patienten wurden die Wunden unter Vollnarkose versorgt. Im Anschluss erhielt der Patient Breitspektrum-Antibiotika, hochdosierte Analgetika, Volumen- sowie Elektrolytsubstitution.  

Im Verlauf verbesserte sich der Zustand des Patienten, daher konnte er am 03.05.2020 entlassen werden. 

 Medikation bei Entlassung: 

Paracetamol 500mg 1-1-1 

Ciprofloxacin 500mg 1-0-1 

 Wir entlassen den Patienten in deutlich gebessertem Allgemeinzustand in Ihre geschätzte ambulante Betreuung und bitten um regelmäßige Wundkontrollen. 

Eine ambulante Wiedervorstellung bei uns zur Kontrolle wurde mit dem Patienten in zwei Wochen vereinbart. 

Bei etwaigen Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.  

Mit freundlichen kollegialen Grüßen 

A.A. M. Fernandez 

KOMMENTAR: 

Die Prüfer waren immer nett (immer wenn sie den Patienten oder den Arzt nicht gespielt haben).  

Im dritten Teil hat mir der Prüfer von Anfang an gesagt, dass ich den Fall vorstellen soll, als ob ich den Patienten schon nach Hause entlassen hätte. 

Als ich mit der Fallvorstellung begonnen habe, hat der Prüfer mich fast sofort unterbrochen und mir gesagt, dass ich die Sozialdaten des Patienten nicht vorzustellen brauche. Dann wollte er auch keine Vorgeschichte oder andere Daten vom Patienten hören. Er wollte nur hören, wie und warum der Patienten kam, was ich mit dem Patienten in der Rettungsstelle gemacht habe und wie der Verlauf während des stationären Aufenthalts war. 

Ihr solltet erwarten, dass der Prüfer während der Fallvorstellung mehrmals unterbricht und ihr solltet sofort auf die Fragen reagieren, das wird bewertet. 

Fachbegriffe:  

GCS (Glasgow-Coma-Scale), STEMI und andere zwei, an die ich mich nicht richtig erinnere, aber sie waren einfach. 

Mit freundlichen Grüßen 

Miguel Fernandez. 

Anleitung zur optimalen Vorbereitung auf das ärztliche Bewerbungsgespräch

Mit der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch sind Sie der von Ihnen angestrebten Stelle einen großen Schritt näher gekommen. Ihre Chancen, die Stelle zu bekommen, sind jetzt viel größer, Sie sollten sich allerdings nicht darauf ausruhen. Denn jetzt kommt der schwierigste Teil des Bewerbungsprozesses – sie müssen den Chefarzt und/oder den Personaler richtig von sich überzeugen, damit sie sich für Sie und nicht für einen anderen Bewerber entscheiden.

Wir bekommen sehr oft die Frage:  “Wie kann ich mich am besten auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten?”. In diesem Blogbeitrag bekommen Sie ein paar Tipps zur optimalen Vorbereitung auf das Gespräch. 

1. Lesen Sie sich die Stellenanzeige ganz genau durch.

Daraus können Sie viele Informationen sowohl über das Klinikum, als auch über dessen Anforderungen an die Bewerber gewinnen. Lesen Sie daher die Stellenanzeige mehrmals vorsichtig durch und überlegen Sie danach, welche Informationen Sie für Ihr Vorstellungsgespräch nutzen können. Das können bestimmte Anforderungen sein, die sehr gut auf Ihre Person zutreffen oder bestimmte Informationen über die Arbeit und die Leistungen, die das Klinikum anbietet. Es kann durchaus auch sein, dass es Punkte in der Stellenanzeige gibt, die nicht klar genug formuliert sind und Fragen ihrerseits hervorrufen. Nutzen Sie das, in dem Sie die Fragen im Vorstellungsgespräch stellen. Das ist ein Zeichen von Interesse und Genauigkeit, was die Arbeitgeber in der Regel sehr zu schätzen wissen.

2. Recherchieren Sie Informationen über das Klinikum, die Abteilung in der Sie sich bewerben und die angebotenen Leistungen.

Dieser Punkt ist besonders wichtig. Sie sollten dem Chefarzt / dem Personaler zeigen, dass Sie wirklich in genau diesem Klinikum tätig sein möchten. Das ist nur der Fall, wenn Sie auch argumentieren können, warum das so ist. Gehen Sie im Vorfeld des Gesprächs mehrmals auf die Internetseite des Klinikums. Merken Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner (Chefarzt, Mitarbeiter vom Personalbüro und vom Chefarztsekretariat). Wenn Sie gleichzeitig mit dem Interview auch einen Hospitationstag machen, werden Sie höchstwahrscheinlich auch die anderen Mitarbeiter in der Abteilung kennenlernen, ihre Namen sollten Sie auch kennen. 

Informieren Sie sich über die Struktur des Klinikums sowie darüber,  welche Leistungen im Klinikum angeboten werden und mit welchen Verfahren und Geräten dort gearbeitet wird. Sollten Sie keine Informationen hierfür auf der Internetseite finden, dann notieren Sie sich das als mögliche Fragen, die Sie im Bewerbungsgespräch dem Chefarzt stellen können. 

3. Bereiten Sie Ihre Selbstpräsentation vor.

Überlegen Sie genau, wie Sie sich vorstellen und welche Punkte Ihres Lebenslaufes Sie besonders betonen möchten. Gibt es besondere Kenntnisse, über die Sie verfügen? Oder vielleicht besondere Berufserfahrungen oder Tätigkeiten während Ihres Studiums? Ebenso sollten Sie überlegen, welche Punkte nicht so relevant sind und Sie lieber weglassen sollten. Die Selbstpräsentation sollte kurz aber aussagekräftig und auf den Punkt gebracht sein.  

4. Verinnerlichen Sie Ihre Bewerbung und Ihren Lebenslauf.

Es ist sehr wichtig, dass das, was Sie im Vorstellungsgespräch sagen, mit den Angaben in Ihrem Lebenslauf übereinstimmt. Wenn Sie widersprüchliche Angaben machen, könnte schnell der Eindruck entstehen, dass Sie nicht die Wahrheit sagen. Sollten es in Ihrem Lebenslauf Lücken geben, bereiten Sie eine Begründung hierfür vor. Es ist nicht tragisch, wenn der Lebenslauf Lücken aufweist, Sie werden aber im Vorstellungsgesprächs mit Sicherheit danach gefragt und sollten eine gute Erklärung dafür parat haben. 

5. Bereiten Sie Ihre Antworten auf die häufigsten Fragen vor.

Sie sollten auf jeden Fall gute Antworten auf die Standardfragen vorbereiten. In fast jedem Vorstellungsgespräch wird die Frage gestellt, warum Sie sich für das jeweilige Fachgebiet entschieden haben. Schreiben Sie sich Ihre Antworten auf solche Fragen  auf und üben Sie diese ebenso. In unserem Blogbeitrag “Standardfragen im ärztlichen Vorstellungsgespräch”   finden Sie weitere Tipps zu den häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch.

6. Kennen Sie Ihren Fach

Es kommt zwar selten vor, es kann aber trotzdem sein, dass Ihnen im Vorstellungsgespräch auch fachliche Fragen gestellt werden, insbesondere wenn Sie kein Berufseinsteiger sind, sondern bereits ein paar Jahre Erfahrung mitbringen. Um sich auf solche Fragen vorbereiten zu können, hilft es, sich an die medizinische Fachsprachprüfung zu erinnern und an die Fälle, die Sie dort gelernt haben. Lesen Sie auch ein paar Artikel aus einer medizinischen Fachzeitschrift. Mit solchem Wissen werden Sie mit Sicherheit Pluspunkte gewinnen. 

7. Bereiten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen vor und nehmen Sie diese mit zum Bewerbungsgespräch.

Das Klinikum hat zwar Ihre Unterlagen bekommen, es kann aber sein, dass der Chefarzt keine Zeit hatte, diese auszudrucken. Es macht einen sehr guten Eindruck, wenn Sie Ihren Lebenslauf und Ihre Referenzen dabei haben, damit demonstrieren Sie Ihre Professionalität.

8. Trainieren Sie Ihre Körpersprache.

Ihr Gesprächspartner wird (auch wenn das manchmal unbewusst passiert) auf Ihre Körpersprache achten. Eine ruhige Haltung, der gerade Rücken, der Blickkontakt, das freundliche Lächeln und der feste Händedruck zeigen Souveränität und tragen zu einer angenehmen Gesprächsatmosphäre bei. 

9. Bereiten Sie Rückfragen vor.

Sie sollten unbedingt Fragen dabei haben und diese auch stellen. Zum Einen, weil Sie damit Interesse signalisieren und zum Anderen, weil das Ihnen hilft, mehr über das Klinikum zu erfahren und beurteilen zu können, ob dieses Klinikum Ihren Vorstellungen entspricht. Auch hier gilt: Überlegen Sie sich gut, was Sie über das Klinikum interessiert und notieren Sie sich die Fragen. Damit Sie keine wichtige Frage vergessen, können Sie Ihre Notizen mitnehmen. Achten Sie allerdings darauf, dass Sie nicht zu viele Fragen stellen, es sollten nicht mehr als 2 bis 5 Fragen sein.

10. Üben, üben, üben

Üben Sie das Vorstellungsgespräch, Ihre Selbstpräsentation und Ihre Antworten auf die häufigsten Fragen mit einem Freund / Familienmitglied oder mit Ihrem Personalberater und bitten Sie sie um ein ehrliches Feedback. Das ist sehr wichtig, denn nur so können Sie sich bestmöglich auf das Gespräch vorbereiten. Wenn es niemanden gibt, mit dem Sie üben können, dann nehmen Sie ein Video von Ihrer Selbstpräsentation und Ihren Antworten auf. Das würde Ihnen sehr dabei helfen, sich während des Interviews sicherer und entspannter zu fühlen.

Übrigens: Wenn Sie sich vor Ihrem Vorstellungsgespräch unsicher fühlen, dann können Sie gerne auch mit uns üben. Im Rahmen eines Video-Gesprächs trainieren wir mit Ihnen die wichtigsten Phasen und Fragen für das Bewerbungsgespräch und geben Ihnen weitere individuellen Anleitungen und Tipps. Kontaktieren Sie uns, um eine Simulation des Bewerbungsgesprächs zu buchen. Für Vermittlungskandidaten von inmed personal ist diese Leistung komplett kostenlos.

Was Sie beim Anamnesegespräch in der Fachsprachprüfung beachten müssen.

Das Anamnesegespräch dient der Generierung wichtiger Informationen Ihres Patienten, um eine Diagnose zu den Beschwerden zu stellen. Ein essenzieller Bestandteil der Behandlung Ihrer Patienten. Eine gewissenhafte Erhebung der Anamnese führt bereits zur Verdachtsdiagnose, die die weiteren Untersuchungsformen voraussetzt. 

In der medizinischen Fachsprachprüfung, wie auch in der Praxis, steht das Anamnesegespräch an erster Stelle. Hier müssen Sie neben den inhaltlichen Aspekten auch formale Rahmenbedingungen kennen und umsetzen, um Ihre Prüfung erfolgreich zu bestehen.  

Worauf müssen Sie in diesem Teil der Prüfung achten? 

Sprechen Sie Ihre/n Patienten/in mit Namen an

Das sollten Sie mehrmals während der Anamnese machen. Ich empfehle meinen Ärztinnen und Ärzten gerne, mit jeder einzelnen Anamnese (aktuell, Vorerkrankungen etc.) den Namen zu nennen, so haben Sie immer eine schöne Überleitung: “Frau Westenberger, gibt es wichtige Vorerkrankungen von denen ich wissen sollte?”. Stellen Sie am Anfang der Anamnese fest, wie Sie den Namen Ihres Patienten richtig aussprechen, das hilft Ihnen diesen sicher während des Gesprächs zu verwenden. 

Kommunizieren Sie ohne größere Anstrengung und flüssig

Üben Sie vorab so häufig wie möglich das Gespräch mit unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten Ihrer Patienten. Die Prüfer achten darauf, ob Sie bei einer unerwarteten Antwort ins stocken geraten, sollte das der Fall sein, wirkt sich dies negativ auf die Bewertung aus. 

Integrieren Sie Nachfragen und Informationen des Patienten in den Anamneseverlauf

Das bedeutet, dass Sie aufmerksam zuhören sollen und sich fleißig Notizen machen sollen. Achten Sie darauf, was Ihr/e Patient/in Ihnen sagt und arbeiten Sie mit den Informationen. Gibt Ihr/e Patient/in Ihnen bereits zu Anfang die Information, dass er/sie zwei Kinder hat, fragen Sie bitte in der Sozialanamnese nicht nochmal: “Frau/Herr XY, haben Sie Kinder?”. Ein Fehler der gerne und häufig gemacht wird, findet in der vegetativen Anamnese statt. Der Patient erzählt bereits in der aktuellen Anamnese, dass er sich drei mal übergeben hat, dennoch fragen viele dann nochmal in der vegetativen Anamnese, ob er erbrochen hat. Erbrechen und Übergeben sind das gleiche, lernen Sie Synonyme und kennen Sie das Vokabular Ihrer Patienten, um solche Fehler in der Prüfung, wie auch in der Praxis zu umgehen. 

Führen Sie das Gespräch zielgerichtet

Ihr/e Patient/in in der Prüfung, wie auch in der Praxis kann vom Thema abschweifen. Besonders, wenn Sie einen Patienten haben, der gerne viel redet, kann es sein, dass Sie von Ihrem eigentlich Ziel, der Anamnese abkommen und über andere Sachverhalte anfangen zu sprechen. Achten Sie während der Anamnese darauf, dass Sie nur wenig Zeit haben und es Ihr oberstes Ziel ist, die Fragen der Anamnese zu stellen und beantwortet zu bekommen. 

Beantworten Sie Rückfragen sprachlich richtig

Hören Sie bitte genau hin, was Ihr/e Patient/in von Ihnen wissen möchte. Häufig passiert es, dass die Fragen des Patienten nicht zu seiner Zufriedenheit beantwortet werden und er/sie eigentlich etwas anderes wissen wollte. Daher ist es wichtig aufmerksam zuzuhören und gegebenenfalls sogar selbst nochmal nachzufragen, um die Fragen Ihres Patienten richtig zu beantworten. 

Achten Sie auf Ihre Aussprache

Ja, ganz recht, auch die Aussprache fließt in die Bewertung in der medizinischen Fachsprachprüfung mit ein. Für viele ausländische Ärztinnen und Ärzte ist die richtige Aussprache eine große Herausforderung. Dennoch ist sie sehr wichtig, denn wenn die Prüfer und später Ihre Patienten Sie nicht richtig verstehen, wirkt sich das negativ auf die Anamnese aus. In der Prüfung wirkt es sich negativ auf die Bewertung aus und in der Praxis kann es dazu führen, dass es sich negativ auf das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihren Patienten auswirkt. Achten Sie daher beim Lernen von Anfang an darauf, die Worte und Sätze richtig auszusprechen, denn sonst lernen Sie sie zweimal. 

Kennen Sie den Unterschied zwischen Fragen und Aussagen

Lernen Sie dafür besonders den Satzbau. Eine Frage unterscheidet sich syntaktisch von einer Aussage und umgekehrt.

Erklären Sie das weitere Procedere umgangssprachlich und gut verständlich

Benutzen Sie bitte im gesamten Anamnesegespräch keine Fachbegriffe. Sollten Sie doch mal einen benutzen, erklären Sie ihn bitte umgehend. Das gleiche gilt, wenn Sie die weiteren Schritte nennen. Sprechen Sie hier bitte nicht von einer Abdomensonographie, sondern von einem Ultraschall des Bauches. 

Antworten Sie flexibel auf Verständnisfragen

Manchmal kann es vorkommen, dass Ihr Patient Ihre erste Erklärung eines Sachverhaltes nicht ganz verstanden hat und Ihnen das mitteilt. Auch die Prüfer werden so tun, als haben Sie eine Erklärung Ihrerseits nicht verstanden und bitten Sie, das gleiche mit anderen Worten zu beantworten. Üben Sie also verschiedene Antwortmöglichkeiten zu einzelnen Fragen und trainieren Sie Ihren Wortschatz. Denn das ist die größte und wichtigste Veränderung vom B2 zum C1 Niveau.  

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit diesem Beitrag helfen.

Wenn Sie gerne wissen möchten, ob Sie die Anforderungen Ihres Prüfungsortes erfüllen, können Sie jederzeit gerne eine Prüfungssimulation mit unserer FSP-Dozentin Nina Colette vom ärztesprech buchen. Für Kandidaten von inmed personal sind die Kurse vom ärztesprech komplett kostenlos. Kontaktieren Sie uns und informieren Sie sich über die Voraussetzungen hierfür oder melden Sie sich direkt beim ärztesprech.
 

Aufklärungsgespräch: laparoskopische Cholezystektomie

Im Folgenden Text haben wir Ihnen verschriftlicht, wie Sie Ihre Patienten in der medizinischen Fachsprachprüfung (FSP) über diesen Eingriff aufklären können. Bitte beachten Sie, dass wir die Aufklärung sehr detailliert beschreiben. Da die Zeit in der Prüfung begrenzt ist, sollten Sie prüfen, wie schnell Sie sprechen und wie viele Informationen Sie aus unserer Aufklärung in Ihrer Prüfung verwenden können.

Was ist eine laparoskopische Cholezystektomie?

Die laparoskopische Cholezystektomie ist eine Form der Entfernung der Gallenblase. Sie hat die offene Cholezystektomie weitestgehend abgelöst und ist inzwischen eine Standardoperation in der minimal-invasiven Chirurgie. 

Wie wird dieser Eingriff durchgeführt?

Um diesen Eingriff durchführen zu können, werden wir Sie in eine Vollnarkose versetzen. Sie werden bei diesem Eingriff also nicht bei Bewusstsein sein und somit nichts davon spüren. Dann werden wir Einstiche in Ihren Bauch durchführen, durch die wir Ihre Bauchhöhle mit Kohlendioxid auffüllen. Das machen wir, damit Ihre Bauchdecke angehoben wird, um reichlich Platz für die Übersicht mit der Kamera, sowie dem Arbeiten mit den Operationsinstrumenten zu schaffen. 

Unter Beobachtung mit der Kamera werden wir drei kleine Instrumente entlang Ihres Rippenbogens einführen. Mit diesen eingeführten Instrumenten wird die Gallenblase entfernt. 

Damit die Wundflüssigkeit und gegebenenfalls eine Nachblutung abfließen und kontrolliert werden kann, werden wir Ihnen einen Schlauch legen, eine sogenannte Drainage. Im Anschluss wird die Wunde genäht und das war es auch schon. Der Eingriff dauert ca. eine Stunde. 

ZUSATZ: auch akut entzündete Gallenblasen können laparoskopisch entfernt werden. Dabei wird die entzündete Gallenblase vor dem Entnehmen von einem elastischen Körbchen umhüllt, um bei eventuellem Durchstoßen des Gewebes die Kontamination der Bauchhöhle mit Galle und Eiter zu verhindern. 

Was muss der Patient vor der Operation beachten? 

Bitte beachten Sie, dass Sie vor der Operation nüchtern sein müssen. Wie lange genau Sie vor der Operation nichts essen dürfen, wird unser Narkosearzt (Anästhesist) noch im Detail mit Ihnen besprechen. 

Welche Komplikationen können während des Eingriffs auftreten?

Eine Darstellung aller möglichen Komplikationen geht an dieser Stelle zu weit. Sie werden vor der Operation noch ganz genau über den Eingriff aufgeklärt. Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass es prinzipiell bei jeder Operation zu einer Infektion kommen kann. Sollte das der Fall sein, kann das bedeuten, dass wir Ihnen Medikamente gegen die Infektion geben müssen. Auch Blutungen können auftreten, in diesem Fall kann es sein, dass Sie von uns eine Bluttransfusion erhalten. Was ich Ihnen versichern kann, ist, dass es extrem selten zu einer Verletzung eines benachbarten Organs wie der Leber, des Hauptgallenganges, von Blutgefässen, des Darmes oder Magens kommt. 

Wie lange muss der Patient im Krankenhaus bleiben? 

Wenn bei dem Eingriff alles gut läuft, bleiben Sie zwei Tage zur Beobachtung bei uns im Krankenhaus. Sollten doch Komplikationen auftreten, wovon ich nicht ausgehe, kann sich die Dauer Ihres Aufenthaltes auf ungefähr sieben Tage verlängern. 

Liebe Ärztinnen und Ärzte, denken Sie bei einem Aufklärungsgespräch immer daran, dass Ihr Patient vermutlich verängstigt ist vor dem Eingriff. Seien Sie also verständnisvoll, wenn er oder sie viele Rückfragen stellt. Mit einer ruhigen Art und empathischem Auftreten, bleiben auch Ihre Patienten ruhig und Sie beenden das Gespräch positiv. 

Wir hoffen sehr, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag weiterhelfen und stehen Ihnen für Fragen und Anregungen jederzeit gerne zur Verfügung! Bei Fragen zur FSP kontaktieren Sie unseren Kooperationspartner ärztestpech.

Standardfragen im ärztlichen Vorstellungsgespräch

Einer der wichtigsten Schritte auf Ihrem Weg zur Karriere als Arzt in Deutschland ist das Vorstellungsgespräch. Wenn Sie zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurden, bedeutet das, dass Ihre Bewerbungsunterlagen dem Klinikum gut gefallen haben. Nun geht es darum zu beweisen, dass Ihr Lebenslauf auch hält, was er verspricht und dass Sie auch von Ihrer Persönlichkeit her für die Stelle geeignet sind.

In unserem letzten Blogbeitrag haben wir bereits wichtige Informationen rund um das ärztliche Bewerbungsgespräch für Sie zusammengefasst. In diesem Blogbeitrag bekommen Sie nutzvolle Tipps dafür, wie Sie sich während des Bewerbungsgesprächs in Deutschland verhalten sollten und wie Sie Standardfragen beantworten sollten.

Sehen Sie sich hierzu zuerst unser Video: Simulation eines ärztlichen Bewerbungsgesprächs an.

Tipps zum Vorstellungsgespräch im Krankenhaus:

Die Begrüßung

Informieren Sie sich im Vorfeld darüber, wer das Bewerbungsgespräch mit Ihnen führen wird und merken Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner. Auch die Namen der Mitarbeiter vom Chefarzt-Sekretariat sind wichtig, da Sie höchstwahrscheinlich auch mit ihnen zu tun haben werden. Begrüßen Sie Ihre Gesprächspartner höflich und bedanken Sie sich für die Einladung. Bringen Sie zum Ausdruck, wie sehr Sie sich darüber gefreut haben, aber übertreiben Sie nicht mit der Euphorie. 

Möchten Sie etwas trinken? 

Das Annehmen eines Getränks ist ein Zeichen von Höflichkeit und sozialer Kompetenz.  Auch wenn Sie keinen Durst haben, ist es daher empfehlenswert das Angebot anzunehmen. Wählen Sie eins der Getränke, die Ihnen angeboten wurden (meistens Wasser, Kaffee oder Tee) und äußern Sie lieber keine Sonderwünsche, wie z.b.: “Ich nehme gerne einen Cappuccino”. 

Erzählen Sie uns über sich.

Diese Frage hat einen hohen Stellenwert im Bewerbungsgespräch und wird fast immer gestellt. Bei der Antwort auf diese Frage beginnen die meisten Bewerber mit: “Mein Name ist…”. Das ist nicht unbedingt falsch, aber an der Stelle unnötig. Ihr Gesprächspartner kennt bereits Ihren Namen und hat Sie mehrmals damit angesprochen. Auch das Nennen Ihres Alters ist nicht zwingend notwendig. Wichtig ist hier, dass Sie eine Zusammenfassung Ihres Lebenslaufs präsentieren. So hat der Gesprächspartner die Möglichkeit zu überprüfen, ob das was Sie erzählen mit dem übereinstimmt, das in Ihrem Lebenslauf steht. Gehen Sie nicht viel zu sehr ins Detail, aber achten Sie zugleich darauf, keine wichtigen Punkte zu vergessen.  Betonen Sie an dieser Stelle die Punkte, die Ihrer Meinung nach besonders wichtig sind für die Tätigkeit, für die Sie sich bewerben. In unserem Beispiel hat die Bewerberin ihre Nebentätigkeit während des Studiums betont, da die praktische Erfahrung ein großer Vorteil ist bei der Bewerbung. 

Warum möchten Sie in Deutschland tätig sein?

Hier müssen Sie nicht unbedingt die Punkte nennen, die unsere Bewerberin im Video aufgezählt hat. Seien Sie ehrlich und authentisch. Ihre Beweggründe nach Deutschland zu ziehen, können auch privater Natur sein, wie z.B. Familie oder Freunde, die ebenso dort wohnen. 

Warum haben Sie sich für diesen Fachbereich entschieden?

Das ist eine besonders wichtige Frage, die in fast jedem Bewerbungsgespräch gestellt wird. Für die Chefärzte ist es sehr wichtig zu wissen, dass Sie sich wirklich für dieses Fachgebiet interessieren und sich nicht einfach überall bewerben. Eine gute Begründung Ihrer Wahl zeigt, dass Sie sich strukturiert mit dem Thema auseinandergesetzt haben und Ihre Ziele diszipliniert verfolgen. Überlegen Sie sich im Vorfeld des Gesprächs gut, was Ihnen an dem Fachgebiet besonders gefällt und warum Sie sich dafür entschieden haben. Auch hier gilt: seien Sie ehrlich und authentisch. Hier können Sie auch ruhig etwas mehr ins Detail gehen. Somit zeigen Sie, dass Sie auch über ausreichende Fachkenntnisse in dem Bereich verfügen. 

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Die Antwort auf dieser Frage verrät viel über Ihre Motivation. Wer ein klares Ziel vor Augen hat, arbeitet meistens konzentriert daran, es zu erreichen. Außerdem möchten Kliniken langfristig planen können und versuchen zu vermeiden, jemanden einzustellen, der von Tag zu Tag lebt und sich bald wieder für etwas ganz anderes entscheidet. 

Informieren Sie sich im Vorfeld über die Dauer der von Ihnen angestrebten Weiterbildung, wie es auch unsere Bewerberin in dem Fall gemacht hat. Die Facharztausbildung dauert in der Regel 5-6 Jahre, daher kann es sein, dass die richtige Antwort lautet: “ In 5 Jahren bin ich im letzten Jahr meiner Facharztausbildung”.  Damit zeigen Sie, dass Sie nicht nur einen klaren Plan haben und gut informiert sind, sondern auch, dass Sie vor haben, die Facharztweiterbildung in der dafür vorgesehenen Zeit ohne Verzögerungen zu absolvieren. 

Haben Sie noch Fragen?

Keine Fragen zu haben, wäre falsch und ein Zeichen für fehlendes Interesse. Außerdem dient das Bewerbungsgespräch auch dazu herauszufinden, ob Ihnen das Klinikum gefällt und Sie sich dort wohl fühlen würden.  Stellen Sie ruhig die Fragen die Sie interessieren. Das können Fragen nach dem Dienstplan sein, nach der Einarbeitungsphase oder nach dem Ausbildungsplan. Unpassend wäre es Fragen zu stellen, deren Antworten bereits auf der Internetseite des Klinikums leicht zu finden sind, wie z.B.: “ Über wie viele Betten verfügt Ihr Krankenhaus”. Zeigen Sie, dass Sie sich über das Krankenhaus und seine Leistungen gut informiert haben und sich nun nach den weiteren Besonderheiten erkundigen möchten, um ein besseres Bild davon zu bekommen. 

Wir hoffen, dass der Artikel Ihnen gefallen hat. Für weitere Fragen rund um das Bewerbungsgespräch, kontaktieren Sie uns.

FAQ zum ärztlichen Bewerbungsgespräch

Sie haben eine Einladung zum Bewerbungsgespräch bekommen? Herzlichen Glückwunsch! Das bedeutet, Sie haben es in die engere Wahl geschafft. Sicherlich stellen sich Ihnen viele Fragen dazu, was Sie genau erwartet und was zu beachten ist. Wir haben für Sie die Antworten der häufigsten Fragen zusammengefasst, damit Sie wissen, was auf Sie zukommt. 

Wer führt das Bewerbungsgespräch? 

In der Regel wird das Bewerbungsgespräch von dem Chefarzt geführt, manchmal kommt auch ein Vertreter der Personalabteilung oder auch ein Ober- oder Facharzt dazu, unter dessen Anleitung Sie in Zukunft arbeiten werden. 

Worüber spricht man im Vorstellungsgespräch?

Das Klinikum, in dem Sie sich beworben haben, kennt Sie nur auf dem Papier. Im Bewerbungsgespräch geht es darum zu erfahren, ob das was in Ihrem Lebenslauf steht auch wirklich stimmt bzw. offene Fragen zu Ihrem bisherigen Werdegang und Ihren fachlichen Qualifikationen  zu klären. Bei ausländischen Bewerbern soll natürlich auch überprüft werden, ob Sie die deutsche Sprache ausreichend gut beherrschen, um mit Kollegen und Patienten kommunizieren zu können.  Nicht an letzter Stelle ist es für den Arbeitgeber wichtig, mehr über Ihre Motivation zu erfahren und beurteilen zu können, ob SIe von Ihrer Persönlichkeit her gut ins Team passen würden. Häufig gestellte Fragen im Bewerbungsgespräch sind:

  1. Erzählen Sie uns etwas mehr über sich und Ihren bisherigen Werdegang.
  2. Warum haben Sie diesen Fachbereich der Medizin gewählt?
  3. Warum haben Sie sich für Deutschland entschieden?
  4. Wo sehen Sie sich in 3/5/10 Jahren?
  5. Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
  6. Warum haben SIe sich bei uns beworben?

Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass Ihnen auch fachliche Fragen aus Ihrem medizinischen Fachbereich gestellt werden. Manche Arbeitgeber stellen auch persönliche Fragen, wie z.B. Fragen zu Ihrer Familie oder Familienplanung. Auch, wenn das nicht so häufig vorkommt, ist es empfehlenswert, dass Sie sich auch auf solche Fragen gut vorbereiten.

Wie viele Bewerbungsgespräche gibt es?

Das hängt ganz vom Krankenhaus ab, in dem Sie sich beworben haben, sowie von der Zahl der Bewerber, die für die Stelle in Betracht kommen. Oft bekommen Sie gleich nach dem ersten Gespräch Bescheid, ob Sie die Stelle bekommen oder nicht. Es könnte aber auch vorkommen, dass Sie mehrere Gespräche führen müssen, bevor das Klinikum eine endgültige Entscheidung trifft. 

Übernimmt das Krankenhaus die Reisekosten für das Vorstellungsgespräch?

Grundsätzlich muss ein Arbeitgeber, der zu einem Vorstellungsgespräch lädt, die damit verbundenen Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten tragen, es sei denn dies wurde in der Einladung explizit ausgeschlossen. Diese Kosten muss der Arbeitgeber auch in dem Fall tragen, wenn Sie eine Absage bekommen. 

Es ist allerdings immer besser, wenn solche Fragen im Vorfeld geklärt werden, damit es nicht im Nachhinein zu unangenehmen Auseinandersetzungen kommt.

Unser Tipp: Sollte der Arbeitgeber das nicht von sich aus ansprechen, fragen Sie, bevor Sie Ihre Reise organisieren, vorsichtig beim Klinikum nach, ob dieses die Kosten für das Vorstellungsgespräch übernimmt und wenn ja – in welcher Höhe (manche Krankenhäuser übernehmen die gesamten Kosten und sogar die Volle Organisation Ihrer Anreise, andere vereinbaren z.B. eine Reisekostenpauschale und übernehmen Ihre Kosten nur bis zu einem bestimmten Maximalbetrag).

Werden Vorstellungsgespräche auch telefonisch / per Video-Gespräch geführt?

Ja, das kommt in den letzten Jahren immer häufiger vor. Vor allem für ausländische Bewerber und solche, die weit weg vom Standort des Klinikums wohnen und deren Anreise mit einem großen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden ist, macht es SInn, das erste Gespräch per Telefon oder über eine Videoplattform zu führen. Die Kliniken lassen sich immer mehr darauf ein und bevorzugen diese Variante sogar oft, da es für sie ebenso weniger aufwendig ist, als ein Bewerbungsgespräch vor Ort zu organisieren. 

Besteht die Möglichkeit, dass ich nur nach einem Telefongespräch eine Zusage bekomme?

Das kommt zwar selten vor, ist aber in der Regel nicht ausgeschlossen. Wenn Sie bereits am Telefon einen sehr guten Eindruck hinterlassen und von sich überzeugen, kann es durchaus sein, dass Sie sofort eine Stellenzusage und einen Arbeitsvertrag bekommen. Außerdem gelten in der Regel die ersten sechs Monate als Probezeit (“in der Regel”, da im Arbeitsvertrag auch eine kürzere Probezeit vereinbart werden darf , was aber normalerweise nicht der Fall ist). Während der Probezeit, kann sowohl das Krankenhaus, als auch Sie jederzeit ohne das Vorliegen eines besonderen Grundes, unter der Einhaltung einer kurzen (i.d.R. 2 Wochen) Kündigungsfrist das Arbeitsverhältnis beenden. (Wichtige Info: Sie, als Arbeitnehmer dürfen Ihren Vertrag immer ohne Grund kündigen, das gilt auch nach Ablauf der Probezeit, nur die Kündigungsfristen sind nach der Probezeit länger).

Ist es sinnvoll das Bewerbungsgespräch mit einer Hospitation zu verbinden?

Ja, das ist auf jeden Fall sinnvoll und sogar empfehlenswert. Das Bewerbungsgespräch ist nicht nur dafür da, dass der Arbeitgeber Sie besser kennenlernt, sondern auch umgekehrt. Im Rahmen einer Hospitation (auch wenn diese nur einen Tag lang dauert) haben Sie die Möglichkeit , einen besseren Eindruck von dem Krankenhaus zu bekommen und Ihre zukünftigen Kollegen kennenzulernen. So können sie besser beurteilen, ob dieses Krankenhaus Ihren Vorstellungen entspricht und Sie sich dort wohl fühlen werden. 

 

Wir hoffen, dass dieser Artikel hilfreich für Sie gewesen ist. Sollten Sie noch Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns. 

Im Laufe nächster Woche erscheint auch unser neues Video zum Thema: Standardfragen im ärztlichen Bewerbungsgespräch. Abonnieren Sie unseren Youtube-Kanal, um keine Videos zu verpassen.

Wegfall der 14-tägigen Quarantänepflicht – alle Infos im Überblick

Wegfall der 14-tägigen Quarantänepflicht - alle Infos im Überblick

Seit Mitte April bestand für alle Personen, die nach Deutschland einreisen eine verbindliche zweiwöchige Quarantäne. Hiervon waren nur bestimmte Berufs- und Personengruppen ausgenommen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllten (wie z.B. dringende berufliche Tätigkeit oder ein Aufenthalt aus dringenden ausbildungs- bzw. beruflichen Gründen, der nicht länger als 5 Tage dauert). Diese Beschränkungen sollten ursprünglich bis zum 15. Juni 2020 gelten. 

Nun wurde aber die Verordnung geändert. Seit dem 16. Mai 2020 gilt die zweiwöchige Quarantänepflicht nun nur noch für Drittstaatsangehörige. Für Einreisende aus der EU, dem Schengen-Raum, Großbritannien und Nordirland besteht zwar weiterhin eine Quarantäne-Empfehlung, wenn diese aus Regionen mit hohen Infektionszahlen einreisen, aber keine Pflicht mehr.  

Was Sie aktuell beachten müssen, wenn Sie nach Deutschland einreisen müssen/möchten: 

Trotz Lockerung der Bestimmungen gilt weiterhin, dass nicht notwendige Reisen untersagt werden können. 

  1. Wenn Sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, dürfen Sie uneingeschränkt nach Deutschland einreisen. 
  2. Wenn Sie Ihren gewöhnlichen Wohnsitz in Deutschland haben zu dem Sie zurückkehren möchten, ist die Rückreise gestattet, soweit Sie:
  • ein Staatsangehöriger (oder ein Familienmitglied eines Staatsangehörigen) eines EU-Staates, des Vereinigten Königreichs, Liechtenstein, der Schweiz, Norwegens und Islands  sind.
  • ein Drittstaatsangehöriger sind und über einen längerfristigen Aufenthaltstitel, einschließlich eines Visums für den längerfristigen Aufenthalt verfügen. 

     4. Wenn Sie eine wichtige Funktion ausüben oder aus einem dringenden Grund einreisen und  einen entsprechenden Nachweis hierfür vorlegen können.

Als dringend gelten unter Anderem folgende Einreisegründe:

  • Berufsbedingte Gründe
    • Berufliche Tätigkeiten im Rahmen einer Erwerbstätigkeit, die in der EU bereits ausgeübt werden, auch Dienst- oder Geschäftsreisen und Entsendungen. Einreisen zur erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sind nur möglich, wenn der oder die Reisende eine wichtige Funktion ausübt. Dies betrifft vor allem Gesundheitspersonal, Gesundheitsforscher und Altenpflegepersonal sowie Personal im Gütertransport und sonstiges Transportpersonal, soweit dies erforderlich ist. Als Nachweis sollte unbedingt der Arbeitsvertrag sowie die Bestätigung der Systemrelevanz vorgelegt werden.
    • Durchreise zu beruflichen Zwecken einschließlich Berufsausbildung und zum Studium, sofern die Einreise in den Zielstaat nachweislich möglich ist und keine Alternativverbindungen existieren. Bei Hospitationen ist nachzuweisen, dass diese dringenden Ausbildungs- bzw. berufsbezogenen Zwecken dienen. 
  • Familiäre Gründe
    • Besuch des Ehegatten, Lebenspartners, Lebensgefährten
    • Besuch von Verwandten; insbesondere Kinder, Enkel, Eltern, Großeltern, Geschwister, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen
    • Sorgerechts- und Umgangsangelegenheiten zur Betreuung von minderjährigen Kindern, dies beinhaltet auch das gegenseitige Besuchen/Abholen
    • Teilnahme an wichtigen familiären Anlässen, wie Hochzeiten, Begräbnisse, religiöse Feiern, auch für andere Personen als Familienangehörige
  • Medizinische Gründe, Pflege
    • Pflege von Familienangehörigen, die in Deutschland leben, bis zur Verwandtschaft zweiten Grades
    • Ärztliche Behandlung
    • Wahrnehmung medizinischer Behandlungen, zum Beispiel Physiotherapie
  • Ausbildungs-, Schul- und Studienzwecke einschließlich Kindertagesstätten
  • Grundbesitz, Zweitwohnung
    • Die Pflege und der Unterhalt von Grundbesitz, Mietwohnungen, gepachteten Flächen und Ähnlichem sind gestattet.
  • ·Sonstige Gründe
    • Die Aufzählung der dringenden Gründe ist nicht abschließend. Einreisen zu vergleichbaren Zwecken sind ebenfalls gestattet, wie der Wahrnehmung behördlicher Termine oder Versorgung von Tieren.

Einreisen aus touristischen Gründen oder zum Einkaufen sind weiterhin nicht gestattet.

Wir hoffen, dieser Artikel war hilfreich für Sie! Bei Fragen wenden Sie Sich gerne an uns.

 

*Quellen: 

  1. Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat: https://www.bmi.bund.de/
  2. Bundespolizei: https://www.bundespolizei.de/

Anspruchsvolle Gespräche in der FSP: Kommunikation mit ängstlichen Patienten

Anspruchsvolle Gespräche in der Fachsprachenprüfung: Kommunikation mit ängstlichen Patienten

Das Thema Angst bei Patienten ist allgegenwärtig und altbekannt. Die meisten Patienten finden einen Krankenhausaufenthalt bedrohlich und haben Angst vor verschiedenen Szenarien, die sich im Moment der Vorstellung in der Notaufnahme in den Köpfen der Patienten abspielen. Die Ängste, die die Patienten haben, sind: 

  • die Angst vor dem Sterben
  • die Angst vor Schmerzen
  • die Angst vor der Narkose 
  • die Angst vor der Operation
  • die Angst vor dem Unbekannten
  • die Angst vor dem Danach 
  • die Angst vor Trennung

 

In Prozentzahlen ausgedrückt, gehen 65% der Patienten von Behandlungsfehlern während ihrer Therapie aus, 61% befürchten eine erfolglose Therapie, 55% haben Angst sich an einem gefährlichen Keim anzustecken und 53% aller Patienten haben Angst Schmerzen zu erfahren.

Auch wenn Angst auf den ersten Blick etwas Unangenehmes und Negatives darstellt, kann sie medizinisch sehr wirksam sein. So wirkt sich eine mittelgradige präoperative Angst positiv auf die postoperativen Anpassungen des Patienten aus. Zu viel präoperative Angst führt nachgewiesen jedoch zu postoperativen Schwierigkeiten.

Das Ziel ärztlicher Kommunikation lautet somit, die Angst des Patienten auf ein normales, risikoangemessenes Maß zu reduzieren. 

Was Sie tun sollten, um Angst zu reduzieren:

Bleiben Sie ruhig

Patienten, die Angst haben, sind unruhig und nervös. Lassen Sie sich davon nicht anstecken. Bleiben Sie ruhig in der Situation und geben Sie diese Ruhe an Ihren Patienten weiter. Am besten funktioniert dies, wenn Sie Ihrem Patienten das Gefühl geben, Zeit für ihn zu haben und sich voll und ganz auf ihn zu konzentrieren. Ihre Patienten brauchen in einem angstvollen Moment das Gefühl, dass Sie ihnen zuhören und für sie da sind. 

Sprechen Sie verständlich

Generell gilt, besonders in der medizinischen Fachsprachprüfung, dass Sie im Patientengespräch ausschließlich in Umgangssprache und somit in einer für den Patienten  verständlichen Sprache sprechen. Besonders wichtig ist dies in einer angstbehafteten Situation. Sprechen Sie langsam, vermeiden Sie Fachausdrücke und Abkürzungen und erklären Sie alles so verständlich wie möglich. Denn: Unverständnis verstärkt die Angst. Wenn Sie ihrem Patienten jedoch verständlich machen, dass Sie alles tun werden, um sein Leiden/seine Schmerzen zu mindern, wächst das Vertrauen des Patienten in Sie und seine Kooperationsbereitschaft steigt. 

Zeigen Sie Verständnis

Betonen Sie im Gespräch gerne, dass Sie Verständnis für die Angst des Patienten haben und alles tun werden, um ihm schnell zu helfen. Sie dürfen auch gerne sagen, dass die Angst nichts Ungewöhnliches ist und auch andere Patienten in solch einer Situation verängstigt sind. Somit stellen Sie die Angst als etwas Normales bzw. Alltägliches dar, was dem Patienten Druck nimmt. 

Vermeiden Sie Argumentation und Diskussion

Sätze wie: “Sie brauchen keine Angst haben”, “Machen Sie sich keine Sorgen” oder “Das ist doch überhaupt nicht schlimm” steigern in der Regel das Angstgefühl im Patienten. Damit zeigen Sie nämlich, dass Sie kein empathisches Verständnis für ihn haben und sich nicht in seine Lage versetzen. Angst lässt sich intellektuell nicht beherrschen und ist subjektiver Natur. Kommentieren Sie die Angst also nicht, sondern nehmen Sie sie an und vermitteln Sie das Gefühl, dass die Gefühle des Patienten wahrgenommen und respektiert werden. 

Geben Sie Auswahlmöglichkeiten

Einfache Fragen wie: “Möchten Sie sitzen bleiben oder sich lieber hinlegen?”, geben dem Patienten das Gefühl, selbst Entscheidungen zu treffen und die Situation mit kontrollieren zu können. Autonomie ist ein ganz wichtiger Aspekt im Hinblick auf Angst beim Patienten. Bekommt der Patient während des Gesprächs das Gefühl, dass er die Kontrolle verloren hat, unterstützt das seine Angst und er könnte sogar noch panisch werden. 

Klären Sie Ihren Patienten außerdem genau über jeden einzelnen Schritt auf, den Sie unternehmen und fragen Sie ihn währenddessen immer wieder nach seinem Einverständnis. 

Generell gilt: Verständnis, Mitgefühl und eine wohlwollende Grundhaltung vermitteln Ihren Patienten das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen.

Zusammenfassung 

  • Kommunizieren Sie mit ruhiger, freundlicher Stimme mit Patienten wie auch Personal 
  • Begegnen Sie Ihren Patienten verständnisvoll und wohlwollend
  • Argumentieren Sie nicht über die Inhalte der Angst 
  • Betonen Sie, dass Sie alles tun, um die Beschwerden zu lindern
  • Schaffen Sie Wahlmöglichkeiten für den Patienten
  • Erklären Sie jeden nächsten Schritt 
  • Fragen Sie möglichst oft nach Einverständnis
  • Machen Sie keine übereilten Versprechen 
  • Und nutzen Sie freie Intervalle, um mit dem Patienten über NIchtmedizinisches zu plaudern

Achten Sie in der Prüfung, in der Sie 20 Minuten für das Anamnesegespräch haben, wie auch in der Praxis, in der Sie in der Regel 5-8 Minuten für das Gespräch haben, immer darauf, das Gespräch zielorientiert durchzuführen. Das können Sie auch bei verängstigten Patienten immer wieder tun, in dem Sie betonen, dass es wichtig ist, dass alle Fragen  beantwortet werden, um schnellstmöglich mit den Untersuchungen anfangen zu können. 

Sollten Sie noch Fragen zu dem Thema haben, freuen wir uns, Ihnen bei der Beantwortung behilflich zu sein. Kontaktieren Sie uns  oder unseren Kooperationspartner Nina Colette von ärztesprech – FSP Dozentin und Expertin für Patientenkommunikation.

Schauen Sie sich auch unser Video zum Thema an: Ein Anamnesegespräch mit einer ängstlichen Patientin.

Facharztausbildung für Innere Medizin und Kardiologie

Dauer

6 Jahre

Chancen

Sehr gute Chancen einen Arbeits/ – Weiterbildungsplatz zu finden

Gehälter

Von 4.600 € bis über 20.000 € im Monat

Инфомация

Allgemeines

Die Kardiologie ist ein Teilbereich der Inneren Medizin und umfasst die Prophylaxe, Erkennung sowie die konservative und interventionelle Behandlung der Herz- und Kreislauferkrankungen. 

Ziel der Weiterbildung in der Inneren Medizin und Kardiologie ist die Erlangung der Facharztkompetenz Innere Medizin und Kardiologie nach Ableisten der vorgeschriebenen Weiterbildungszeiten und Weiterbildungsinhalte, einschließlich der Inhalte der Basisweiterbildung.

Dauer

Die Weiterbildung für Innere Medizin und Kardiologie dauert insgesamt 72 Monate (6 Jahre). Davon müssen 36 Monate im Bereich der Inneren Medizin und Kardiologie erfolgen (24 Monate davon in der stationären Patientenversorgung). Weitere 24 Monate müssen in mindestens zwei der anderen Fachkompetenzen des Gebiets Innere Medizin erfolgen: Angiologie, Endokrinologie und Diabetologie, Gastroenterologie, Hämatologie und Onkologie, Nephrologie, Pneumologie oder Rheumatologie.  Dementsprechend können Ihnen bei einem Wechsel von einem anderen Gebiet in die Kardiologie bis zu 24 Monate Ihrer Weiterbildungszeiten angerechnet werden, die Sie in einem der restlichen Fachbereiche abgeleistet haben. 

Außerdem müssen Sie im Rahmen Ihrer Facharztausbildung für Kardiologie jeweils 6 Monate in der Notaufnahme und in der Intensivmedizin ableisten.

Wo kann die Weiterbildung erfolgen?

Die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie erfolgt unter der Verantwortung und Leitung der zuständigen Landesärztekammer an einem Klinikum oder in einer anderen Gesundheitseinrichtung, die über die entsprechender Weiterbildungsberechtigung im Bereich der Kardiologie verfügt. Eine Liste der zur Weiterbildung im Bereich der Kardiologie berechtigten Kliniken finden Sie auf der Internetseite der Landesärztekammer des Bundeslandes, in dem Sie eine Tätigkeit als Arzt/Ärztin anstreben.

Seien Sie vorsichtig: Manche Kliniken verfügen nur über eine zeitlich beschränkte Weiterbildungsberechtigung, z.B. nur für die ersten 2 Jahre der Weiterbildung. Das bedeutet, dass Sie nach Ablauf dieser Zeit das Klinikum wechseln müssen, um Ihre Weiterbildung fortführen zu können. Unser Tipp: Bevor Sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben, informieren Sie sich genau, über welche Weiterbildungsberechtigungen das Klinikum Ihrer Wahl verfügt. 

Inhalte

Für die Kardiologie, sowie für jedes andere Fach gibt es einen entsprechenden Weiterbildungskatalog, in dem die empfohlenen Inhalte der Weiterbildung zusammengefasst werden. Dieser Katalog wird von der jeweiligen Landesärztekammer erstellt und orientiert sich an der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer. 

Um nachweisen zu können, dass Sie alle Punkte des Weiterbildungskatalogs erfüllt haben, müssen Sie diese während  der gesamten Weiterbildungszeit ordentlich in einem sog.enannten Logbuch dokumentieren und sie danach von Ihrem Vorgesetzten unterschreiben lassen. 

Dieser Nachweis wird spätestens bei der Anmeldung zur Facharztprüfung benötigt. Sollten in Ihrem Logbuch bestimmte Punkte aus dem Weiterbildungskatalog fehlen oder nicht durch einen weiterbildungsberechtigten Arzt bescheinigt sein, besteht die Gefahr, dass Sie nicht zur Facharztprüfung zugelassen werden und einen Teil der Weiterbildungszeit wiederholen müssen.

Hier können Sie das Musterlogbuch der Bundesärztekammer für den Bereich Kardiologie herunterladen. 

Alle weiteren Logbücher zum Download finden Sie hier

Prüfungen

Während der Facharztausbildung gibt es keine Prüfungen. Am Ende der Assistenzarztausbildung müssen Sie Sich zum Erwerb des Facharzttitels für die Facharztprüfung bei der Landesärztekammer anmelden. Diese prüft, ob Sie alle Voraussetzungen erfüllen, um zur Prüfung zugelassen zu werden und schickt Ihnen dann eine Einladung zur Prüfung.

Wohin nach der Facharztprüfung

Nach der erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildung und dem Bestehen der Facharztprüfung haben Sie folgende Einstiegsmöglichkeiten als Facharzt für Kardiologie:

  • als angestellter Facharzt in einem Krankenhaus / einer Klinik / einem Rehazentrum tätig zu sein
  • in einer ambulanten Praxis als angestellter Facharzt tätig zu sein
  • Sich als Facharzt für Kardiologie niederzulassen (d.h. eine eigene Praxis für Kardiologie zu eröffnen oder eine bestehende Praxis zu übernehmen)

Der Vorteil einer Praxis ist vor allem der geregelte Tagesablauf und die zum Teil flexiblen Arbeitszeiten. Dagegen ist die Arbeit in einer Klinik deutlich anstrengender aufgrund der Schichtarbeit, der zusätzlichen Dienste und der oft anfallenden Überstunden. Dafür bietet die Arbeit in der Klinik aber das ganze Spektrum der invasiven Diagnostik und die Tätigkeit ist sehr abwechslungsreich, was vor allem für junge Ärztinnen und Ärzte von großem Vorteil ist. 

Die Gründung oder Übernahme einer Praxis sind ebenso sehr reizend – aus finanziellen Gründen, aber auch deswegen, weil man dann sein eigener Chef ist. Sie dürfen jedoch keinesfalls die große Verantwortung und die vielen Hürden unterschätzen, die ein solcher Schritt nach sich zieht. 

Gehälter

Was die Verdienstmöglichkeiten angeht, ist der Bereich Kardiologie einer der besten medizinischen Bereiche.  Die Höhe des Gehalts hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. Region, der Art der Gesundheitseinrichtung, in der Sie tätig sind, den Arbeitszeiten etc. Das monatliche Bruttogehalt kann dementsprechend zwischen 4.600 € (bei einem Assistenzarzt im ersten Weiterbildungsjahr) und über 20.000,00 Euro bei einem leitenden Oberarzt variieren.

Chancen

Die Kardiologen zählen zu den Mangelberufen. Daher sind die Aussichten, schnell eine Stelle in dem Bereich zu finden sehr gut. Denken Sie aber daran: nur weil Sie das Medizinstudium abgeschlossen haben, werden Sie in Deutschland nicht sofort eingestellt. Gute Deutschkenntnisse, die professionelle Bewerbung und ein kompetenter Auftritt sind unabdingbar, damit Sie eine gute Arbeits- / Weiterbildungsstelle bekommen.

Gerne unterstützen wir Sie in diesen Bereichen. Kontaktieren Sie uns, um sich über unsere aktuellen Stellen im Bereich der Kardiologie zu informieren.