Dein Zeitplan für den Start als Arzt in Deutschland: Allgemeine Informationen und konkrete Schritte

Wie lange brauche ich, um als Arzt in Deutschland arbeiten zu können?

Diese Frage ist für jeden ausländischen Arzt von Interesse, der sich für die Facharztausbildung in Deutschland entschieden hat. Die Antwort ist oft unterschiedlich, individuell und hängt von vielen zeitlichen Faktoren ab, wie z.B.:

– dem allgemeinen Deutschniveau

– der Vorbereitung auf die medizinische Fachsprachprüfung

– dem Verinnerlichen des Gelernten

– der Beglaubigung und Übersetzung von Unterlagen

– den Behörden – Fristen (für die Bearbeitung der Unterlagen)

– dem Visum (für EU-Bürger nicht erforderlich)

– dem Familienstand

– der gewünschten Spezialisierung

– dem gewünschten Arbeitsort

– dem aktuellen Arbeitsort

– und vieles mehr.

Im Allgemeinen ist es möglich innerhalb von 5 bis 6 Monaten mit der Facharztausbildung in Deutschland zu beginnen, wenn du das richtige Sprachniveau hast, die Prozesse kennst, die du durchlaufen musst, einen Abschluss hast und nach einem Plan vorgehst

Aber wie findet man das alles heraus? Der erste Schritt besteht darin, einen Zeitplan zu erstellen.

Was beinhaltet ein Zeitplan?

Ein Zeitplan sollte spezifische Informationen enthalten, wie z.B.:

– die einzelnen Phasen, die du durchlaufen musst,

– die Dauer der einzelnen Phasen des Prozesses

– mögliche Verzögerungen oder Engpässe

– die Zusammenhänge und Übergänge zwischen den unterschiedlichen Phasen

Bei der Zeitplanung sollte auch besonders darauf geachtet werden, ob zwei verschiedene Prozesse (z. B. die Übersetzung und Beglaubigung von Dokumenten und die Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung) gleichzeitig durchgeführt werden können. So kannst du dir ein genaueres Bild davon machen, wie lange es dauern wird, bis du dein Ziel erreichst, und ob es möglich ist, den Prozess zu beschleunigen. Es ist eine gute Idee, unvorhersehbare Verzögerungen in den Zeitplan zu berücksichtigen, z. B.: Was passiert, wenn du eine der Prüfungen nicht bestehst und wie viel Zeit würdest du dadurch verlieren. So kannst du dir auch ein besseres Bild von den Kosten machen, die mit der Umsetzung des Plans verbunden sind.

Was ist wichtig am Zeitplan und was sind die wichtigsten Etappen darin?

Es ist wichtig, dass dein Zeitplan eine klare Struktur und Abfolge hat.

Die wichtigsten Etappen eines Zeitplans sind:

– Informieren (Wann sollte ich mit der Suche nach Informationen beginnen? Wie lange dauert es?)

– Sprachliche Vorbereitung (Wann fange ich an, Deutsch zu lernen? Wie lange dauert es?)

– Dokumentation (Wann beginne ich mit der Vorbereitung der Unterlagen? Wie lange dauert das?)

– Bewerbung und Vorstellungsgespräch (Wie lange dauert es?)

– Reise nach Deutschland (Wann sollte ich mit der Wohnungssuche beginnen? Wie lange dauert es, eine Wohnung zu finden, sich vor Ort anzumelden usw.?)

Informationen (Wann beginne ich mit der Suche nach Informationen? Wie lange dauert das?)

Der erste Schritt der meisten Ärzte, die nach Deutschland möchten, ist Informationen zu sammeln. Dies ist einer der wichtigsten und zeitaufwändigsten Prozesse, der für die Entscheidung, sich in Deutschland zu spezialisieren, grundlegend ist. Am besten beginnst du schon während deines Studiums mit der Informationssuche. Je besser du vor deinem Abschluss informiert bist, desto mehr Zeit wirst du nach deinem Abschluss sparen können. Der Informationsprozess ist ein langwieriger Prozess, der Monate oder Jahre dauern kann. Oft ist es auch am kompliziertesten auszufüllen, da es entweder zu viele oder zu wenige Informationen gibt und die Quellen widersprüchlich sein können.

inmedTipp:

Wenn du deine Spezialisierung so bald wie möglich beginnen möchtest, solltest du dich ab dem 4. Studienjahr informieren. Informiere dich aus so vielen Quellen wie möglich und vertraue nicht nur Freunden und Bekannten.

Sprachliche Vorbereitung (Wann sollte ich mit dem Lernen einer Sprache beginnen? Wie lange dauert es?)

Neben der Information spielt die sprachliche Vorbereitung eine wichtige Rolle für deinen Zeitplan. Hier gilt die Regel “Je früher, desto besser”. Für die Aufnahme einer ärztlichen Tätigkeit in Deutschland ist das C1-Niveau definitiv empfehlenswert. Wenn du bei null anfängst, benötigst du etwa 3-4 Monate pro Sprachniveau (A1, A2, B1, B2, C1).

Theoretisch könntest du also in eineinhalb Jahren das C1-Niveau erreichen. In der Praxis ist dies jedoch oft nicht machbar, da man nicht genug Zeit hat, um sich allein auf die Sprache zu konzentrieren (schließlich hast du auch noch Staatsexamen, Famulaturen usw.)

Wenn du deine Facharztausbildung in Deutschland so schnell wie möglich nach dem Studium beginnen möchtest, solltest du spätestens im dritten Studienjahr mit dem Deutschlernen beginnen oder dir nach dem Studium genügend Zeit nehmen, um dich ganz dem Sprachtraining zu widmen.

Vegiss nicht, dass du neben der allgemeinen Vorbereitung auf die deutsche Sprache auch Zeit für die Vorbereitung auf das medizinische Deutsch benötigst (mind. 2 bis 3 Monate).

inmedTipp:

Beginne mit Gruppenkursen von A1 bis B1 und versuche dann, einen Privatlehrer zu finden, der dich von B1 suf C1 vorbereitet.

Versuche außerdem deutsche Webseiten zu lesen, schaue dir YouTube-Videos auf Deutsch an und versuche auch, so viel wie möglich Deutsch zu sprechen (z. B. mit deinem Lehrer).

Dokumentation (Wann sollte ich mit der Vorbereitung der Dokumente beginnen? Wie lange dauert das?)

Diese Phase schließt sich an die letzte Phase der sprachlichen Vorbereitung an. Das Beglaubigen, Übersetzen und Einreichen der Dokumente nehmen abhängig von deiner persönlichen Situation unterschiedlich viel Zeit in Anspruch.

Wichtige Zeitfaktoren hier sind:

– die Anforderungen des Bundeslandes, in dem du die Approbation beantragst

– Dein Status (ob du berufstätig bist, aus welchem Land du kommst)

– die Aktualität deiner Unterlagen

Bei einer richtigen Ausführung sollte dies innerhalb von 1 bis 3 Monaten abgeschlossen werden.

inmedTipp:

In den einzelnen Bundesländern gelten unterschiedliche Fristen für die Einreichung der Dokumente. Um vorbereitet zu sein, informiere dich im Voraus ausführlich über das Bundesland, in dem du die Approbation beantragen möchtest.

Bewerbung und Vorstellungsgespräch (Wie lange dauert es?)

Die Bewerbung um eine Stelle ist ein spezifischer Prozess, der viel Zeit in Anspruch nehmen kann.

Für diese Phase solltest du mindestens 1-2 Monate einplanen. Denk daran, dass es selbst nach einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch bis zu 2 Monate dauern kann, bis du tatsächlich anfangen kannst zu arbeiten. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein, z. B. administrative Verzögerungen seitens des Krankenhauses oder der Approbationsbehörden.

inmedTipp:

Wenn du mit einer Agentur zusammenarbeitest, kannst du viel schneller die richtige Stelle für dich finden und den Prozess verkürzen.

Umzug nach Deutschland (Wann sollte ich mit der Wohnungssuche beginnen? Wie lange dauert es, eine Wohnung zu finden, sich anzumelden usw.?)

Die letzte Phase deines Zeitplans sollte die Zeit berücksichtigen, die du für deinen Umzug nach Deutschland brauchst.

Es ist eine gute Idee, mit der Wohnungssuche zu beginnen, sobald du weißt, dass du eine Stelle hast  und wann du voraussichtlich anfangen wirst. Die Suche kann ein paar Tage, aber auch ein paar Wochen in Anspruch nehmen. Wenn die Stadt, in die du ziehen möchtest, groß ist, musst du möglicherweise mehr als einen Monat lang suchen. Vergiss nicht, dir mindestens 10 Tage Zeit für den Umzug zu nehmen. Dies ist die Zeit, die du brauchen wirst, um dich in der neuen Umgebung zurechtzufinden und dich an den neuen Ort zu gewöhnen.

inmedTipp:

Versuche, eine kurzfristige Lösung (für die ersten Monate) zu finden, z. B. eine Ferienwohnung oder Airbnb, und suche erst danach, wenn du vor Ort bist nach einer festen Wohnung.

Wie profitiere ich von der Zusammenarbeit mit einer Agentur?

Die meisten Agenturen haben eine klare Vorstellung davon, wie sie den optimalen und effizientesten Zeitplan für ihre Kunden erstellen können. Die Zusammenarbeit mit einer Agentur würde dir also nicht nur helfen, keine wertvolle Zeit zu verlieren, sondern auch die verfügbare Zeit optimal zu nutzen. Die Agentur hat Erfahrung in jeder Phase des Prozesses und verfügt über die notwendigen Kontakte, die sich als äußerst hilfreich erweisen und dir viel Zeit und Mühe ersparen können.

Max Mustermann Fachrichtung Innere Medizin und Kardiologie Aktuelles Sprachniveau B2 (6)

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    Die Hospitation als Gastarzt in einer deutschen Klinik

    Was ist eine Hospitation

    Eine Hospitation ist eine Art Praktikum im Krankenhaus. Diese erfolgt i.d.R. im Zusammenhang mit einem Vorstellungsgespräch im Klinikum. Du besuchst das Krankenhaus für einen oder mehrere Tage, um Einblicke in den Klinikalltag zu bekommen. Gleichzeitig dient die Hospitation oft auch als eine Art „Probearbeiten“, damit das Klinikteam einen besseren Eindruck von dir bekommt und die Entscheidung trifft, ob du dort eingestellt wirst.

    Abgrenzung Hospitation / Praktikum / Famulatur

    Eine Hospitation fällt wesentlich kürzer aus, als ein Praktikum. So dauert die Hospitation i.d.R. wenige Tage bis max. 1-2 Wochen. Die Hospitation ist i.d.R. unvergütet.

    Ein Praktikum kann mehrere Monate dauern. Hierfür schließt du mit dem Klinikum ein Praktikumsvertrag ab und bekommst eine Praktikumsvergütung.

    Eine Famulatur dient dazu, deine Ausbildung praktisch zu ergänzen – diese wird also bereits im Rahmen des Studiums durchgeführt und kann ebenso mehrere Monate dauern. Ob du für die Famulatur eine Vergütung bekommst, hängt vom jeweiligen Klinikum ab.

    Ist es sinnvoll, eine Hospitation zu machen?

    Wenn du eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in einem Klinikum bekommen hast, ist es immer sinnvoll, dieses mit einer Hospitation zu verbinden, die mindestens 1 Tag dauert.

    Im Rahmen der Hospitation hast du die Möglichkeit, nicht nur den Chefarzt kennenzulernen, sondern auch einen Großteil des Klinikteams. Du gewinnst einen besseren Eindruck von dem Arbeitsklima und der Arbeitsweise im Klinikum. Dies hilft dir bei deiner Entscheidung, ob die Stelle für dich geeignet ist.

    Was macht ein Arzt im Rahmen der Hospitation?

    Als Hospitant bist du ein Gastarzt ohne Patiententätigkeit. Das bedeutet, dass du i.d.R. keine ärztlichen Tätigkeiten selbst ausüben darfst, sondern nur die Ärzte auf Station begleitest und zusiehst.

    Die Hospitation beginnt i.d.R. direkt morgens wie ein normaler Arbeitstag im Klinikum. Du nimmst mit den anderen Ärzten an der Frühbesprechung teil, in der die Übergabe der Patienten vom Nachtdienst erfolgt und die Patienten und weitere Aufgaben für den Tag besprochen werden. Danach gehst du mit einem der Ärzte auf Patientenvisite auf der Station und begleitest ihn bei seinen weiteren Aufgaben. Du darfst mit den Patienten sprechen, solltest aber immer klarstellen, dass du dort nur als Hospitant tätig bist. Ärztliche Tätigkeiten darfst du nur unter der genauen Anleitung und in der Anwesenheit eines erfahrenen Arztes durchführen.

    Wie bereite ich mich optimal für eine Hospitation vor?

    Vor der Hospitation solltest du dich gut über das Klinikum informiert haben. Auf der Internetseite des Klinikums oder von deinem persönlichen Berater der Agentur, mit der du zusammenarbeitest, bekommst du relevante Informationen über das Klinikum und der Abteilung. Wichtig ist, dass du alle Namen der Belegschaft sowie das Leistungs- und Behandlungsspektrum des Klinikums kennst. Weitere Informationen bzgl. der jährlichen Patientenanzahl oder der Bettenanzahl sind auch wichtig für dich. Am wichtigsten ist es, dir im Vorfeld Fragen zu überlegen, die du den Chefarzt und den Kollegen im Rahmen der Hospitation stellen kannst. Diese sollen so formuliert sein, dass sie gleichzeitig dein Interesse gegenüber dem Klinikum zeigen und dir die notwendigen Informationen verschaffen, damit du einen möglichst guten Einblick in den Arbeitsalltag in diesem Klinikum bekommst.

    Wir hoffen, dass dieser Beitrag hilfreich für dich war. Schaue dir die folgenden Videos an, in denen unsere Kandidatinnen über ihre Erfahrungen im Rahmen der Hospitation berichten. Wenn du noch Fragen hast, melde dich gerne bei uns.

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      Arbeitszeiten und Arbeitszeitenmodelle in deutschen Kliniken

      Die Arbeitszeiten während der Assistenzarztzeit unterscheiden sich je nachdem, in was für einer Gesundheitseinrichtung und in welchem Fachgebiet man arbeitet.  In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie die gesetzlich vorgesehenen Arbeitszeiten für Ärzte in Deutschland geregelt sind, sowie welche Arbeitszeitenmodelle es in deutschen Kliniken gibt und was die Vor- und Nachteile jedes Modells sind.

      I. Gesetzliche Grundlagen

      Laut der gesetzlichen Regelungen in Deutschland darf die wöchentliche Arbeitszeit bei einer Vollzeitbeschäftigung maximal 48 Stunden (8 Stunden pro Tag) betreffen. Das schließt auch Überstunden, Bereitschafts- und Rufdienste und Pausen ein. Es handelt sich dabei um eine Durchschnittliche Arbeitszeit auf das ganze Jahr gesehen. Sie dürfen also in der einen Woche mehr als 48 Stunden arbeiten, dies muss aber in den kommenden Wochen durch entsprechende Freizeit ausgeglichen werden.

      II. Ausnahmen im ärztlichen Bereich

      Das hohe Arbeitsaufkommen und der steigende Personalmangel in Deutschland führen dazu, dass Ärzte manchmal mehr arbeiten müssen. So liegt die wöchentliche Arbeitszeit oft bei mindestens 52 Stunden. Aus diesem Grund gibt es im ärztlichen Bereich Ausnahmen von der 48-Stunden-Regelung, die es ermöglichen, dass Ärzte mehr arbeiten, ohne dass gegen rechtliche Vorschriften verstoßen wird.

      Opt-Out-Erklärung

      So wurde vor einigen Jahren In Deutschland die sog. Opt-Regelung eingeführt. Diese ermöglicht, dass Ärzte länger als 48 Stunden pro Woche arbeiten dürfen, sobald sie sich damit einverstanden erklären.

      Was bedeutet das für dich? Zu Beginn deiner Anstellung wird dir, zusätzlich zu deinem regulären Arbeitsvertrag, die sog. eine Opt-Out-Erklärung zum Unterschreiben vorgelegt. Mit Deiner Unterschrift erklärst Du dich bereit, mehr als 48 Stunden wöchentlich zu arbeiten. Das Unterschreiben dieser Erklärung ist grundsätzlich freiwillig, bei vielen Kliniken ist das aber trotzdem eine Einstellungsvoraussetzung. Solltest du also die Erklärung aber nicht unterschreiben, läufst du Gefahr, dass das Klinikum doch keinen Arbeitsvertrag mit dir abschließt. Wichtig zu wissen ist auch, dass du die von dir unterschriebene Erklärung jederzeit mit einer Frist von 6 Monaten widerrufen kannst.

      III. Arbeitszeiten und Arbeitszeitenmodelle in deutschen Kliniken

      In den verschiedenen Krankenhäusern gibt es verschiedene Arbeitszeitmodelle.

      1.Dienstsystem

      Das gängigste Arbeitszeitmodell in deutschen Kliniken ist das Arbeiten nach Diensten. Bei diesem Arbeitszeitmodell wird die Haupttätigkeit (Patientenaufnahme, Untersuchungen, planmäßige Operationen und sonstige Stationsarbeiten) tagsüber während der regulären Arbeitszeit (i.d.R: Mo-Fr) erledigt (der sog. Tagesdienst). Nachts und an Wochenenden werden vor allem Notfälle behandelt, so dass ein Arzt mehrere Stationen betreuen kann. Die Arbeit außerhalb der regulären Tagesarbeitszeit wird durch Dienste abgedeckt. Folgende Dienste sind zu unterscheiden:

      1.2. Der Bereitschaftsdienst im Klinikum: Bereitschaftsdienste sind Dienste, bei denen sich der Arzt außerhalb der regulären Arbeitszeiten im Klinikum aufhält und für anfallende Aufgaben bereitsteht.

      Bereitschaftsdienste unter der Woche: Du arbeitest 8 Stunden regulär und hältst dich weitere 16 Stunden im Krankenhaus für Notfälle bereit. Für die 16 Stunden bekommst du ein Zimmer im Krankenhaus, in dem du schlafen kannst (in den meisten Fachbereichen bekommst du allerdings selten mehr als 4 Stunden Schlaf pro Nacht).

      Bereitschaftsdienste am Wochenende: Wenn Du einen Wochenenddienst hast, zählt dieser komplett als Bereitschaftsdienst (24 Stunden).

      Länger als insgesamt 24 Stunden darf ein Dienst aber nicht dauern.

      Die Bereitschaftsdienste zählen zur regulären Arbeitszeit, werden allerdings nicht voll, sondern nur prozentual vergütet (z.B. nur 70% der Zeit).

      1.2. Rufdienst (oder auch Rufbereitschaft): Auch hier muss sich der Arzt für den Bedarfsfall (i.d.R. für Notfälle und Notoperationen) bereithalten. Allerdings muss er sich in diesem Fall, im Gegensatz zu den Bereitschaftsdiensten, nicht im Krankenhaus aufhalten, sondern lediglich erreichbar sein und schnell zum Krankenhaus fahren können, falls er gebraucht wird. Anders als der Bereitschaftsdienst zählt die Rufbereitschaft nicht als reguläre Arbeitszeit. Als Arbeitszeit zählen nur die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden während der Rufbereitschaft. Für die Rufbereitschaft bekommt man i.d.R. eine Pauschalbezahlung. Wird man gerufen, bekommt man für die tatsächliche Arbeitszeit den im Arbeitsvertrag vereinbarten Stundenlohn zzgl. eventueller Zulagen (z.B. bei Nacht- und Wochenendarbeit).

      Wie viele Dienste muss man im Monat leisten?

      In der Regel muss man 4-6 Bereitschaftsdienste im Monat, davon mindestens 1 Wochenenddienst leisten. Manchmal, wenn Kollegen z.B. krankheitsbedingt ausfallen oder das Klinikum oder die Abteilung unterbesetzt sind, kann es vorkommen, dass man auch bis zu 8-9 Bereitschaftsdienste im Monat hat. Dies ist aber meistens eine Ausnahme.

      Vor- und Nachteile des Dienstsystems

      Die Vorteile dieses Arbeitszeitmodells sind, dass die regelmäßige Arbeitszeit tagsüber stattfindet und du nur ein paar Dienste im Monat übernehmen musst. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die zusätzliche Bezahlung, die man für die Nacht- und Wochenenddiensten bekommt, das dein Nettogehalt nicht unerheblich erhöht. Der Nachteil ist die fehlende Regelmäßigkeit. Dein Vorgesetzter darf Dienste anordnen, wenn dies notwendig ist. Dadurch hast du keine regelmäßigen Arbeitszeiten.

      2.Schichtsystem 

      Auf manchen Stationen ist die Arbeit in Schichten aufgeteilt. Das ist insbesondere der Fall auf Intensivstationen, wo die kontinuierliche Versorgung der Patienten gewährleistet werden muss. Deswegen arbeiten die Ärzte dort in 2 Schichten á 12 Stunden oder in 3 Schichten á 8 Stunden.

      Vor- und Nachteile dieses Systems

      Der Vorteil dieses Systems sind die “geregelten” Arbeitszeiten. Es werden keine spontanen Dienste vom Vorgesetzten angeordnet und du kannst deine Zeit etwas besser planen. Außerdem gibt es bei diesem Modell keine 24-Stunden-Dienste, da die Arbeitszeit auf maximal 12 Stunden begrenzt ist. Die Nachteile sind, dass du nur selten ein klassisches Wochenende hast, da die Schichten so verteilt sind, dass du regelmäßig auch am Wochenende arbeiten musst. Auch was das Gehalt angeht, ist dieses System eher von Nachteil, da du keine zusätzliche Vergütung für Bereitschaftsdienste bekommst.

       

      Fazit

      Zusammenfassend kann man sagen, dass man als Arzt, insbesondere in einer Universitäts- oder Akutklinik mit vielen Arbeitsstunden und schlaflosen Nächten rechnen sollte. Die guten Nachrichten sind, dass der Arbeitnehmer in Deutschland gesetzlich so gut geschützt ist, wie in kaum einem anderen Land. Die gesetzlichen Regelungen sorgen dafür, dass es Höchstarbeitsgrenzen gibt, die eingehalten werden müssen. Für die Einhaltung ist hauptsächlich der Arbeitgeber verantwortlich und er ist auch derjenige, der bei Verstößen haftet.

      Unser Tipp: Informiere dich schon im Vorstellungsgespräch darüber, welche Arbeitszeitregelungen im Krankenhaus gelten, nach welchem Modell man arbeitet, wie viele Dienste man in der Regel leisten muss und wie diese vergütet werden.

       

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        Assistenzarzt in einem Klinikum für Frührehabilitation: Sinnvoller Karrierestart für angehende Fachärzte Blogbeitrag + Video

        Die Frührehabilitation schließt direkt an die Akutbehandlung an. Frührehabilitation ist die frühestmöglich einsetzende Kombination aus akutmedizinischer und rehabilitationsmedizinischer Behandlung von Krankenhauspatienten verschiedener medizinischer Fachgebiete mit einer akuten Gesundheitsstörung und relevanter Beeinträchtigung verschiedener Körperfunktionen. Frührehabilitation findet in der Regel schon während der stationären Krankenhausbehandlung statt, das bedeutet: in der frühen Phase der Versorgung. In den meisten Fällen erfolgt die Frührehabilitation aber im Anschluss an die Krankenhausbehandlung in anderen, dafür spezialisierten Kliniken.

        In Deutschland meistverbreitet ist die neurologische Frührehabilitation. Im Bereich der neurologischen Rehabilitation gibt es ein sogenanntes Phasenmodell. Es umfasst die Phasen A bis F, die sich am Hilfebedarf des Patienten orientieren.

        Die folgende Tabelle zeigt die verschiedenen Phasen der neurologischen Rehabilitation:

         

        Phase Behandlung Art
        Phase A: Akutbehandlung (Stroke Unit, Intensivstation oder Normalstation) Sicherung lebenswichtiger Körperfunktionen (Atmung, Kreislauf etc.) Akut
        Phase B: Frührehabilitation Intensivmedizinische Betreuung (Stabilisierung von Herz, Kreislauf und Atmung) Akut / Reha
        Phase C: Weiterführende Rehabilitation Mobilisierung und Wiederherstellung der Selbstständigkeit (Essen, Anziehen etc.) Reha
        Phase D: ABH (Abschlussheilbehandlung) Steigerung der Alltagsfähigkeiten Ziel: Das Erreichen einer weitgehenden Selbstständigkeit Reha
        Phase E (berufliche Reha und Nachsorge) Berufliche Wiedereingliederung Reha
        Phase F: Langzeitpflege Dauerhafte Hilfe für Patienten, die darauf angewiesen sind Reha

         

        In der neurologischen Frührehabilitation (Phase B) erfolgt die Behandlung bei folgenden Erkrankungen:

        • Alle Formen der zerebralen Durchblutungsstörungen (z. B. Schlaganfälle, Hirnblutungen)
        • Hypoxische Hirnschäden (inkl. Wachkoma)
        • Schweres Schädelhirntrauma
        • Schweres Polytrauma unter Mitbeteiligung von Gehirn, Rückenmark, Nervenplexus und peripheren Nerven
        • Zustand nach neurochirurgischen Eingriffen
        • Bösartige Tumoren
        • Schwere Entzündungen des Gehirns (Meningitis, Enzephalitis)
        • Polyneuropathie z.B. nach langer intensivmedizinischer Behandlung

        Die neurologische Frührehabilitation hat in den vergangenen Jahren rasant an Bedeutung gewonnen. Das liegt insbesondere an den therapeutischen Fortschritten im Bereich der Neurologie sowie an der wachsenden Anzahl von Patienten mit neurologischen Erkrankungen.

        Daher kann der Start in einer Klinik für Frührehabilitation sehr sinnvoll sein und ist auch zu empfehlen.

        Hier ist der Alltag zwar auch alles andere als ruhig und gelassen, man kann aber umfassende Einblicke in die gesamte Komplexität von Krankheiten oder körperlichen Einschränkungen der Patienten bekommen. In den Kliniken, die auf Frührehabilitation spezialisiert sind, sammeln sich häufig Patienten mit sehr interessanten Krankheitsbildern. Der Aufenthalt der Patienten in einer solchen Klinik dauert deutlich länger als in einem Akutkrankenhaus. Somit kann sich der Arzt länger mit dem Patienten und seinem Krankheitsbild auseinandersetzen und auch andere fachspezifischen Krankheitsbilder zu erlernen. Dabei profitieren die jungen Ärzte von der Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Spezialisten-Team aus Ärzten der Neurologie, der Inneren Medizin, der Neurochirurgie, Atemtherapeuten, Pflege-, Ergo-, Physio- und Sporttherapeuten, Neuropsychologen, Logopäden, Masseuren und Sozialarbeitern.

        Welche Fachbereiche kann man in einer Klinik für Frührehabilitation abdecken?

        Der Start in einer Klinik für Frührehabilitation eignet sich insbesondere für Ärzte, die sich für einen der folgenden Fachbereiche interessieren:

        • Neurologie
        • Innere Medizin (inkl. Gastroenterologie, Endokrinologie, Kardiologie, Nephrologie, Angiologie)
        • Allgemeinmedizin
        • Notfallmedizin
        • Intensivmedizin

         

        Aber auch für andere Bereiche, wie z.B. die Radiologie und die Neurochirurgie, kann der Beginn in einer solchen Klinik von Vorteil sein, um relevante Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln.

        Neben ihrer neurologischen Grunderkrankung leiden viele der Patienten auch an weiteren relevanten Erkrankungen (z. B. internistischen Begleiterkrankungen). Diese werden auch in den Kliniken für Frührehabilitation behandelt. Deswegen steht in einigen solchen Kliniken ein umfassendes Spektrum an Untersuchungsverfahren und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, wie z.B.:

        • Endoskopie (z.B. PEG – Perkutane endoskopische Gastrostomie)
        • Internistische und neurologische Ultraschalluntersuchungen (Abdomensonographie; Herzkatheteruntersuchungen; extra- und intrakranielle Doppler und Duplexsonographie, Ultraschall des Muskels sowie der peripheren Nerven
        • Überwachung von Therapie von Herz, Kreislauf und Atmung
        • Röntgendiagnostik
        • EEG (Elektroenzephalographie)
        • Elektroneurographie und Elektromyographie
        • Evozierte Potentiale
        • FEES (Flexible endoskopische Evaluation des Schluckaktes) mit Ausbildungszertifikat
        • Liquordiagnostik
        • Computertomographie mit Angiographie
        • Kernspintomographie
        • Neuromonitoring mit Hirndrucküberwachung
        • 24h-EEG-Monitoring
        • Plasmapherese
        • Immunadsorption
        • Beatmungstherapie
        • Nierenersatzverfahren und Plasmapherese

         

        Viele junge Ärzte tendieren nach Abschluss des Medizinstudiums zu einem Beginn in einem Akutkrankenhaus. Der Job als Arzt in einer Akutklinik ist jedoch mit unvorhergesehenen Notfällen und einem ziemlich stressigen Arbeitsablauf verbunden. Insbesondere für ausländische Ärzte, die noch keinerlei Erfahrung in einem deutschen Krankenhaus haben, kann der Einstieg in einer Akutklinik sehr schwierig sein. Aufgrund der verkürzten Liegezeiten in den Akutkrankenhäusern erfolgen die Verlegungen früher und die Reha-Kliniken müssen Aufgaben übernehmen, die vor einigen Jahren noch in der Akutklinik angesiedelt waren. Die Ärzte in einer solchen Klinik behandeln also Patienten, bei denen der Gesundheitszustand ähnlich ist, wie in der Akutklinik. Ein Arzt in der Rehabilitationsklinik