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Aktuelle Themen in unserem Blog

Dauer der Facharztweiterbildung in Deutschland

Fachgebiet Gesamtdauer Wie lange dauert es Was wird noch anerkannt
Allgemeinmedizin 60 Monate 24 M. in ambulanten Bereich (Hausarzt)
12 M. Innere Medizin akut stationär
6 M. in mind. 1 Gebiet der unmittelb. Patientenversorgung
80 St. WB-Kurs Psychosomatik
bis 18 M. in anderen Gebieten der unm. Patientenversorgung
Anästhesiologie 60 Monate 12 M. Intensivmedizin 12 M. in anderen Gebieten
Augenheilkunde 60 Monate
Allgemeinchirurgie 72 Monate Meistens die ersten 3 Jahre – Common Trunk (Basisweiterbildung)
18 M. Orthopädie und Unfallchirurgie
18 M. Viszeralchirurgie
6 M. Notfallaufnahme
6 M. Intensivmedizin
Gefäßchirurgie 72 Monate 48 M. Gefäßchirurgie
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
bis 12 M. in anderen Gebieten
Herzchirurgie 72 Monate 48 M. Herzchirurgie
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
bis 12 M. in anderen Gebieten
Kinder- und Jügendchirurgie 72 Monate 48 M. Kinder- und Jügendchirurgie
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin von Kinder & Jügendlichen
bis 12 M. in anderen Gebieten
Orthopädie und Unfallchirurgie 72 Monate 48 M. Orthopädie und Unfallchirurgie
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
bis 12 M. in anderen Gebieten
Plastische Chirurgie 72 Monate 48 M. Plastische Chirurgie
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
bis 12 M. in anderen Gebieten
Thoraxchirurgie 72 Monate 48 M. Thoraxchirurgie
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
bis 12 M. in anderen Gebieten
Viszeralchirurgie 78 Monate 48 M. Viszeralchirurgie
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
bis 12 M. in anderen Gebieten
Frauenheilkunde & Geburtshilfe 60 Monate 80 Stunden Kurs-Weiterbildung in Psychosomatische Grundversorgung bis 12 M. in anderen Gebieten
Frauenheilkunde & Geburtshilfe – Schwerpunkt – Endokrinologie und Reproduktionsmedizin 24 Monate
Frauenheilkunde & Geburtshilfe – Schwerpunkt – gynäkologische Onkologie 24 Monate
Frauenheilkunde & Geburtshilfe – Schwerpunkt Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin 24 Monate
HNO 60 Monate bis 12 M. in anderen Gebieten
Haut – und Geschlechtskrankheiten 60 Monate bis 12 M. in anderen Gebieten
Innere Medizin 60 Monate 48 M. Innere Medizin oder mind. 2 verschiedene Fachkompetenzen dieses Gebietes (mind. 30 M. stationär)
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
Innere & Angiologie 72 Monate 36 M. Innere & Angiologie (mind. 24 M. stationär)
24. M. in mind. Zwei weiteren Fachgebiete der Inneren Medizin
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
 

 

 

 

Innere & Endokrinologie & Diabetologie 72 Monate 36 M. Innere & Endokrinologie & Diabetologie (mind. 24 M. stationär)
24. M. in mind. Zwei weiteren Fachgebiete der Inneren Medizin
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
Innere & Gastroenterologie 72 Monate 36 M. Innere & Gastroenterologie  (mind. 24 M. stationär)
24. M. in mind. Zwei weiteren Fachgebiete der Inneren Medizin
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
Innere & Hämatologie & Onkologie 72 Monate 36 M. Innere & Hämatologie & Onkologie (mind. 24 M. stationär)
24. M. in mind. Zwei weiteren Fachgebiete der Inneren Medizin
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
Innere & Infektologie 72 Monate 36 M. Innere &  Infektologie (mind. 24 M. stationär)
24. M. in mind. Zwei weiteren Fachgebiete der Inneren Medizin
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
bis zu 6 Monate Weiterbildung in Hygiene und Umweltmedizin, Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und/oder in Öffentlichem Gesundheitswesen
Innere & Kardiologie 72 Monate 36 M. Innere & Kardiologie (mind. 24 M. stationär)
24. M. in mind. Zwei weiteren Fachgebiete der Inneren Medizin
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
Innere & Nephrologie 72 Monate 36 M. Innere & Nephrologie (mind. 24 M. stationär)
24. M. in mind. Zwei weiteren Fachgebiete der Inneren Medizin
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
Innere & Pneumologie 72 Monate 36 M. Innere & Pneumologie (mind. 24 M. stationär)
24. M. in mind. Zwei weiteren Fachgebiete der Inneren Medizin
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
Innere & Rheumatologie 72 Monate 36 M. Innere & Rheumatologie (mind. 24 M. stationär)
24. M. in mind. Zwei weiteren Fachgebiete der Inneren Medizin
6 M. Notaufnahme
6 M. Intensivmedizin
Kinder- und Jügendmedizin
(Pädiatrie)
60 Monate 6 M. Intensivmedizin für Kinder und Jügendliche bis 12 M. in anderen Gebieten
Kinder- und Jügendmedizin
(Pädiatrie) – Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie
24 Monate zusätzlich
Kinder- und Jügendmedizin
(Pädiatrie) – Schwerpunkt Neonatologie
24 Monate zusätzlich
Kinder- und Jügendmedizin
(Pädiatrie) – Schwerpunkt Kardiologie
24 Monate zusätzlich
Kinder- und Jügendmedizin
(Pädiatrie) – Schwerpunkt Neuropädiatrie
24 Monate zusätzlich
Kinder- und Jügendpsychiatrie und -psychoterapie bis 12 M. in anderen Gebieten
Neurochirurgie 72 Monate 6 M. Intensivmedizin für neurochirurgische Patienten bis 12 M. in anderen Gebieten
Neurologie 60 Monate 6 M. Intensivmedizin für neurologische Patienten
12 Monate Psychiatrie & Psychoterapie
Psychiatrie und Psychotherapie 60 Monate 12 M. Neurologie
24 M. stationär
bis zu 12 Monate Weiterbildung in Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und/oder im Schwerpunkt Forensische Psychiatrie
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 60 Monate 12 Monate in anderen Gebieten der somatischen Patientenversorgung bis zu 12 Monate Weiterbildung in Psychiatrie und Psychotherapie und/oder Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Radiologie 60 Monate bis 12 M. in anderen Gebieten
Urologie 60 Monate bis 12 M. in anderen Gebieten

Dein Zeitplan für den Start als Arzt in Deutschland: Allgemeine Informationen und konkrete Schritte

Wie lange brauche ich, um als Arzt in Deutschland arbeiten zu können?

Diese Frage ist für jeden ausländischen Arzt von Interesse, der sich für die Facharztausbildung in Deutschland entschieden hat. Die Antwort ist oft unterschiedlich, individuell und hängt von vielen zeitlichen Faktoren ab, wie z.B.:

– dem allgemeinen Deutschniveau

– der Vorbereitung auf die medizinische Fachsprachprüfung

– dem Verinnerlichen des Gelernten

– der Beglaubigung und Übersetzung von Unterlagen

– den Behörden – Fristen (für die Bearbeitung der Unterlagen)

– dem Visum (für EU-Bürger nicht erforderlich)

– dem Familienstand

– der gewünschten Spezialisierung

– dem gewünschten Arbeitsort

– dem aktuellen Arbeitsort

– und vieles mehr.

Im Allgemeinen ist es möglich innerhalb von 5 bis 6 Monaten mit der Facharztausbildung in Deutschland zu beginnen, wenn du das richtige Sprachniveau hast, die Prozesse kennst, die du durchlaufen musst, einen Abschluss hast und nach einem Plan vorgehst

Aber wie findet man das alles heraus? Der erste Schritt besteht darin, einen Zeitplan zu erstellen.

Was beinhaltet ein Zeitplan?

Ein Zeitplan sollte spezifische Informationen enthalten, wie z.B.:

– die einzelnen Phasen, die du durchlaufen musst,

– die Dauer der einzelnen Phasen des Prozesses

– mögliche Verzögerungen oder Engpässe

– die Zusammenhänge und Übergänge zwischen den unterschiedlichen Phasen

Bei der Zeitplanung sollte auch besonders darauf geachtet werden, ob zwei verschiedene Prozesse (z. B. die Übersetzung und Beglaubigung von Dokumenten und die Vorbereitung auf die Fachsprachprüfung) gleichzeitig durchgeführt werden können. So kannst du dir ein genaueres Bild davon machen, wie lange es dauern wird, bis du dein Ziel erreichst, und ob es möglich ist, den Prozess zu beschleunigen. Es ist eine gute Idee, unvorhersehbare Verzögerungen in den Zeitplan zu berücksichtigen, z. B.: Was passiert, wenn du eine der Prüfungen nicht bestehst und wie viel Zeit würdest du dadurch verlieren. So kannst du dir auch ein besseres Bild von den Kosten machen, die mit der Umsetzung des Plans verbunden sind.

Was ist wichtig am Zeitplan und was sind die wichtigsten Etappen darin?

Es ist wichtig, dass dein Zeitplan eine klare Struktur und Abfolge hat.

Die wichtigsten Etappen eines Zeitplans sind:

– Informieren (Wann sollte ich mit der Suche nach Informationen beginnen? Wie lange dauert es?)

– Sprachliche Vorbereitung (Wann fange ich an, Deutsch zu lernen? Wie lange dauert es?)

– Dokumentation (Wann beginne ich mit der Vorbereitung der Unterlagen? Wie lange dauert das?)

– Bewerbung und Vorstellungsgespräch (Wie lange dauert es?)

– Reise nach Deutschland (Wann sollte ich mit der Wohnungssuche beginnen? Wie lange dauert es, eine Wohnung zu finden, sich vor Ort anzumelden usw.?)

Informationen (Wann beginne ich mit der Suche nach Informationen? Wie lange dauert das?)

Der erste Schritt der meisten Ärzte, die nach Deutschland möchten, ist Informationen zu sammeln. Dies ist einer der wichtigsten und zeitaufwändigsten Prozesse, der für die Entscheidung, sich in Deutschland zu spezialisieren, grundlegend ist. Am besten beginnst du schon während deines Studiums mit der Informationssuche. Je besser du vor deinem Abschluss informiert bist, desto mehr Zeit wirst du nach deinem Abschluss sparen können. Der Informationsprozess ist ein langwieriger Prozess, der Monate oder Jahre dauern kann. Oft ist es auch am kompliziertesten auszufüllen, da es entweder zu viele oder zu wenige Informationen gibt und die Quellen widersprüchlich sein können.

inmedTipp:

Wenn du deine Spezialisierung so bald wie möglich beginnen möchtest, solltest du dich ab dem 4. Studienjahr informieren. Informiere dich aus so vielen Quellen wie möglich und vertraue nicht nur Freunden und Bekannten.

Sprachliche Vorbereitung (Wann sollte ich mit dem Lernen einer Sprache beginnen? Wie lange dauert es?)

Neben der Information spielt die sprachliche Vorbereitung eine wichtige Rolle für deinen Zeitplan. Hier gilt die Regel “Je früher, desto besser”. Für die Aufnahme einer ärztlichen Tätigkeit in Deutschland ist das C1-Niveau definitiv empfehlenswert. Wenn du bei null anfängst, benötigst du etwa 3-4 Monate pro Sprachniveau (A1, A2, B1, B2, C1).

Theoretisch könntest du also in eineinhalb Jahren das C1-Niveau erreichen. In der Praxis ist dies jedoch oft nicht machbar, da man nicht genug Zeit hat, um sich allein auf die Sprache zu konzentrieren (schließlich hast du auch noch Staatsexamen, Famulaturen usw.)

Wenn du deine Facharztausbildung in Deutschland so schnell wie möglich nach dem Studium beginnen möchtest, solltest du spätestens im dritten Studienjahr mit dem Deutschlernen beginnen oder dir nach dem Studium genügend Zeit nehmen, um dich ganz dem Sprachtraining zu widmen.

Vegiss nicht, dass du neben der allgemeinen Vorbereitung auf die deutsche Sprache auch Zeit für die Vorbereitung auf das medizinische Deutsch benötigst (mind. 2 bis 3 Monate).

inmedTipp:

Beginne mit Gruppenkursen von A1 bis B1 und versuche dann, einen Privatlehrer zu finden, der dich von B1 suf C1 vorbereitet.

Versuche außerdem deutsche Webseiten zu lesen, schaue dir YouTube-Videos auf Deutsch an und versuche auch, so viel wie möglich Deutsch zu sprechen (z. B. mit deinem Lehrer).

Dokumentation (Wann sollte ich mit der Vorbereitung der Dokumente beginnen? Wie lange dauert das?)

Diese Phase schließt sich an die letzte Phase der sprachlichen Vorbereitung an. Das Beglaubigen, Übersetzen und Einreichen der Dokumente nehmen abhängig von deiner persönlichen Situation unterschiedlich viel Zeit in Anspruch.

Wichtige Zeitfaktoren hier sind:

– die Anforderungen des Bundeslandes, in dem du die Approbation beantragst

– Dein Status (ob du berufstätig bist, aus welchem Land du kommst)

– die Aktualität deiner Unterlagen

Bei einer richtigen Ausführung sollte dies innerhalb von 1 bis 3 Monaten abgeschlossen werden.

inmedTipp:

In den einzelnen Bundesländern gelten unterschiedliche Fristen für die Einreichung der Dokumente. Um vorbereitet zu sein, informiere dich im Voraus ausführlich über das Bundesland, in dem du die Approbation beantragen möchtest.

Bewerbung und Vorstellungsgespräch (Wie lange dauert es?)

Die Bewerbung um eine Stelle ist ein spezifischer Prozess, der viel Zeit in Anspruch nehmen kann.

Für diese Phase solltest du mindestens 1-2 Monate einplanen. Denk daran, dass es selbst nach einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch bis zu 2 Monate dauern kann, bis du tatsächlich anfangen kannst zu arbeiten. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein, z. B. administrative Verzögerungen seitens des Krankenhauses oder der Approbationsbehörden.

inmedTipp:

Wenn du mit einer Agentur zusammenarbeitest, kannst du viel schneller die richtige Stelle für dich finden und den Prozess verkürzen.

Umzug nach Deutschland (Wann sollte ich mit der Wohnungssuche beginnen? Wie lange dauert es, eine Wohnung zu finden, sich anzumelden usw.?)

Die letzte Phase deines Zeitplans sollte die Zeit berücksichtigen, die du für deinen Umzug nach Deutschland brauchst.

Es ist eine gute Idee, mit der Wohnungssuche zu beginnen, sobald du weißt, dass du eine Stelle hast  und wann du voraussichtlich anfangen wirst. Die Suche kann ein paar Tage, aber auch ein paar Wochen in Anspruch nehmen. Wenn die Stadt, in die du ziehen möchtest, groß ist, musst du möglicherweise mehr als einen Monat lang suchen. Vergiss nicht, dir mindestens 10 Tage Zeit für den Umzug zu nehmen. Dies ist die Zeit, die du brauchen wirst, um dich in der neuen Umgebung zurechtzufinden und dich an den neuen Ort zu gewöhnen.

inmedTipp:

Versuche, eine kurzfristige Lösung (für die ersten Monate) zu finden, z. B. eine Ferienwohnung oder Airbnb, und suche erst danach, wenn du vor Ort bist nach einer festen Wohnung.

Wie profitiere ich von der Zusammenarbeit mit einer Agentur?

Die meisten Agenturen haben eine klare Vorstellung davon, wie sie den optimalen und effizientesten Zeitplan für ihre Kunden erstellen können. Die Zusammenarbeit mit einer Agentur würde dir also nicht nur helfen, keine wertvolle Zeit zu verlieren, sondern auch die verfügbare Zeit optimal zu nutzen. Die Agentur hat Erfahrung in jeder Phase des Prozesses und verfügt über die notwendigen Kontakte, die sich als äußerst hilfreich erweisen und dir viel Zeit und Mühe ersparen können.

Max Mustermann Fachrichtung Innere Medizin und Kardiologie Aktuelles Sprachniveau B2 (6)

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    Die Hospitation als Gastarzt in einer deutschen Klinik

    Was ist eine Hospitation

    Eine Hospitation ist eine Art Praktikum im Krankenhaus. Diese erfolgt i.d.R. im Zusammenhang mit einem Vorstellungsgespräch im Klinikum. Du besuchst das Krankenhaus für einen oder mehrere Tage, um Einblicke in den Klinikalltag zu bekommen. Gleichzeitig dient die Hospitation oft auch als eine Art „Probearbeiten“, damit das Klinikteam einen besseren Eindruck von dir bekommt und die Entscheidung trifft, ob du dort eingestellt wirst.

    Abgrenzung Hospitation / Praktikum / Famulatur

    Eine Hospitation fällt wesentlich kürzer aus, als ein Praktikum. So dauert die Hospitation i.d.R. wenige Tage bis max. 1-2 Wochen. Die Hospitation ist i.d.R. unvergütet.

    Ein Praktikum kann mehrere Monate dauern. Hierfür schließt du mit dem Klinikum ein Praktikumsvertrag ab und bekommst eine Praktikumsvergütung.

    Eine Famulatur dient dazu, deine Ausbildung praktisch zu ergänzen – diese wird also bereits im Rahmen des Studiums durchgeführt und kann ebenso mehrere Monate dauern. Ob du für die Famulatur eine Vergütung bekommst, hängt vom jeweiligen Klinikum ab.

    Ist es sinnvoll, eine Hospitation zu machen?

    Wenn du eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in einem Klinikum bekommen hast, ist es immer sinnvoll, dieses mit einer Hospitation zu verbinden, die mindestens 1 Tag dauert.

    Im Rahmen der Hospitation hast du die Möglichkeit, nicht nur den Chefarzt kennenzulernen, sondern auch einen Großteil des Klinikteams. Du gewinnst einen besseren Eindruck von dem Arbeitsklima und der Arbeitsweise im Klinikum. Dies hilft dir bei deiner Entscheidung, ob die Stelle für dich geeignet ist.

    Was macht ein Arzt im Rahmen der Hospitation?

    Als Hospitant bist du ein Gastarzt ohne Patiententätigkeit. Das bedeutet, dass du i.d.R. keine ärztlichen Tätigkeiten selbst ausüben darfst, sondern nur die Ärzte auf Station begleitest und zusiehst.

    Die Hospitation beginnt i.d.R. direkt morgens wie ein normaler Arbeitstag im Klinikum. Du nimmst mit den anderen Ärzten an der Frühbesprechung teil, in der die Übergabe der Patienten vom Nachtdienst erfolgt und die Patienten und weitere Aufgaben für den Tag besprochen werden. Danach gehst du mit einem der Ärzte auf Patientenvisite auf der Station und begleitest ihn bei seinen weiteren Aufgaben. Du darfst mit den Patienten sprechen, solltest aber immer klarstellen, dass du dort nur als Hospitant tätig bist. Ärztliche Tätigkeiten darfst du nur unter der genauen Anleitung und in der Anwesenheit eines erfahrenen Arztes durchführen.

    Wie bereite ich mich optimal für eine Hospitation vor?

    Vor der Hospitation solltest du dich gut über das Klinikum informiert haben. Auf der Internetseite des Klinikums oder von deinem persönlichen Berater der Agentur, mit der du zusammenarbeitest, bekommst du relevante Informationen über das Klinikum und der Abteilung. Wichtig ist, dass du alle Namen der Belegschaft sowie das Leistungs- und Behandlungsspektrum des Klinikums kennst. Weitere Informationen bzgl. der jährlichen Patientenanzahl oder der Bettenanzahl sind auch wichtig für dich. Am wichtigsten ist es, dir im Vorfeld Fragen zu überlegen, die du den Chefarzt und den Kollegen im Rahmen der Hospitation stellen kannst. Diese sollen so formuliert sein, dass sie gleichzeitig dein Interesse gegenüber dem Klinikum zeigen und dir die notwendigen Informationen verschaffen, damit du einen möglichst guten Einblick in den Arbeitsalltag in diesem Klinikum bekommst.

    Wir hoffen, dass dieser Beitrag hilfreich für dich war. Schaue dir die folgenden Videos an, in denen unsere Kandidatinnen über ihre Erfahrungen im Rahmen der Hospitation berichten. Wenn du noch Fragen hast, melde dich gerne bei uns.

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      Arbeitszeiten und Arbeitszeitenmodelle in deutschen Kliniken

      Die Arbeitszeiten während der Assistenzarztzeit unterscheiden sich je nachdem, in was für einer Gesundheitseinrichtung und in welchem Fachgebiet man arbeitet.  In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie die gesetzlich vorgesehenen Arbeitszeiten für Ärzte in Deutschland geregelt sind, sowie welche Arbeitszeitenmodelle es in deutschen Kliniken gibt und was die Vor- und Nachteile jedes Modells sind.

      I. Gesetzliche Grundlagen

      Laut der gesetzlichen Regelungen in Deutschland darf die wöchentliche Arbeitszeit bei einer Vollzeitbeschäftigung maximal 48 Stunden (8 Stunden pro Tag) betreffen. Das schließt auch Überstunden, Bereitschafts- und Rufdienste und Pausen ein. Es handelt sich dabei um eine Durchschnittliche Arbeitszeit auf das ganze Jahr gesehen. Sie dürfen also in der einen Woche mehr als 48 Stunden arbeiten, dies muss aber in den kommenden Wochen durch entsprechende Freizeit ausgeglichen werden.

      II. Ausnahmen im ärztlichen Bereich

      Das hohe Arbeitsaufkommen und der steigende Personalmangel in Deutschland führen dazu, dass Ärzte manchmal mehr arbeiten müssen. So liegt die wöchentliche Arbeitszeit oft bei mindestens 52 Stunden. Aus diesem Grund gibt es im ärztlichen Bereich Ausnahmen von der 48-Stunden-Regelung, die es ermöglichen, dass Ärzte mehr arbeiten, ohne dass gegen rechtliche Vorschriften verstoßen wird.

      Opt-Out-Erklärung

      So wurde vor einigen Jahren In Deutschland die sog. Opt-Regelung eingeführt. Diese ermöglicht, dass Ärzte länger als 48 Stunden pro Woche arbeiten dürfen, sobald sie sich damit einverstanden erklären.

      Was bedeutet das für dich? Zu Beginn deiner Anstellung wird dir, zusätzlich zu deinem regulären Arbeitsvertrag, die sog. eine Opt-Out-Erklärung zum Unterschreiben vorgelegt. Mit Deiner Unterschrift erklärst Du dich bereit, mehr als 48 Stunden wöchentlich zu arbeiten. Das Unterschreiben dieser Erklärung ist grundsätzlich freiwillig, bei vielen Kliniken ist das aber trotzdem eine Einstellungsvoraussetzung. Solltest du also die Erklärung aber nicht unterschreiben, läufst du Gefahr, dass das Klinikum doch keinen Arbeitsvertrag mit dir abschließt. Wichtig zu wissen ist auch, dass du die von dir unterschriebene Erklärung jederzeit mit einer Frist von 6 Monaten widerrufen kannst.

      III. Arbeitszeiten und Arbeitszeitenmodelle in deutschen Kliniken

      In den verschiedenen Krankenhäusern gibt es verschiedene Arbeitszeitmodelle.

      1.Dienstsystem

      Das gängigste Arbeitszeitmodell in deutschen Kliniken ist das Arbeiten nach Diensten. Bei diesem Arbeitszeitmodell wird die Haupttätigkeit (Patientenaufnahme, Untersuchungen, planmäßige Operationen und sonstige Stationsarbeiten) tagsüber während der regulären Arbeitszeit (i.d.R: Mo-Fr) erledigt (der sog. Tagesdienst). Nachts und an Wochenenden werden vor allem Notfälle behandelt, so dass ein Arzt mehrere Stationen betreuen kann. Die Arbeit außerhalb der regulären Tagesarbeitszeit wird durch Dienste abgedeckt. Folgende Dienste sind zu unterscheiden:

      1.2. Der Bereitschaftsdienst im Klinikum: Bereitschaftsdienste sind Dienste, bei denen sich der Arzt außerhalb der regulären Arbeitszeiten im Klinikum aufhält und für anfallende Aufgaben bereitsteht.

      Bereitschaftsdienste unter der Woche: Du arbeitest 8 Stunden regulär und hältst dich weitere 16 Stunden im Krankenhaus für Notfälle bereit. Für die 16 Stunden bekommst du ein Zimmer im Krankenhaus, in dem du schlafen kannst (in den meisten Fachbereichen bekommst du allerdings selten mehr als 4 Stunden Schlaf pro Nacht).

      Bereitschaftsdienste am Wochenende: Wenn Du einen Wochenenddienst hast, zählt dieser komplett als Bereitschaftsdienst (24 Stunden).

      Länger als insgesamt 24 Stunden darf ein Dienst aber nicht dauern.

      Die Bereitschaftsdienste zählen zur regulären Arbeitszeit, werden allerdings nicht voll, sondern nur prozentual vergütet (z.B. nur 70% der Zeit).

      1.2. Rufdienst (oder auch Rufbereitschaft): Auch hier muss sich der Arzt für den Bedarfsfall (i.d.R. für Notfälle und Notoperationen) bereithalten. Allerdings muss er sich in diesem Fall, im Gegensatz zu den Bereitschaftsdiensten, nicht im Krankenhaus aufhalten, sondern lediglich erreichbar sein und schnell zum Krankenhaus fahren können, falls er gebraucht wird. Anders als der Bereitschaftsdienst zählt die Rufbereitschaft nicht als reguläre Arbeitszeit. Als Arbeitszeit zählen nur die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden während der Rufbereitschaft. Für die Rufbereitschaft bekommt man i.d.R. eine Pauschalbezahlung. Wird man gerufen, bekommt man für die tatsächliche Arbeitszeit den im Arbeitsvertrag vereinbarten Stundenlohn zzgl. eventueller Zulagen (z.B. bei Nacht- und Wochenendarbeit).

      Wie viele Dienste muss man im Monat leisten?

      In der Regel muss man 4-6 Bereitschaftsdienste im Monat, davon mindestens 1 Wochenenddienst leisten. Manchmal, wenn Kollegen z.B. krankheitsbedingt ausfallen oder das Klinikum oder die Abteilung unterbesetzt sind, kann es vorkommen, dass man auch bis zu 8-9 Bereitschaftsdienste im Monat hat. Dies ist aber meistens eine Ausnahme.

      Vor- und Nachteile des Dienstsystems

      Die Vorteile dieses Arbeitszeitmodells sind, dass die regelmäßige Arbeitszeit tagsüber stattfindet und du nur ein paar Dienste im Monat übernehmen musst. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die zusätzliche Bezahlung, die man für die Nacht- und Wochenenddiensten bekommt, das dein Nettogehalt nicht unerheblich erhöht. Der Nachteil ist die fehlende Regelmäßigkeit. Dein Vorgesetzter darf Dienste anordnen, wenn dies notwendig ist. Dadurch hast du keine regelmäßigen Arbeitszeiten.

      2.Schichtsystem 

      Auf manchen Stationen ist die Arbeit in Schichten aufgeteilt. Das ist insbesondere der Fall auf Intensivstationen, wo die kontinuierliche Versorgung der Patienten gewährleistet werden muss. Deswegen arbeiten die Ärzte dort in 2 Schichten á 12 Stunden oder in 3 Schichten á 8 Stunden.

      Vor- und Nachteile dieses Systems

      Der Vorteil dieses Systems sind die “geregelten” Arbeitszeiten. Es werden keine spontanen Dienste vom Vorgesetzten angeordnet und du kannst deine Zeit etwas besser planen. Außerdem gibt es bei diesem Modell keine 24-Stunden-Dienste, da die Arbeitszeit auf maximal 12 Stunden begrenzt ist. Die Nachteile sind, dass du nur selten ein klassisches Wochenende hast, da die Schichten so verteilt sind, dass du regelmäßig auch am Wochenende arbeiten musst. Auch was das Gehalt angeht, ist dieses System eher von Nachteil, da du keine zusätzliche Vergütung für Bereitschaftsdienste bekommst.

       

      Fazit

      Zusammenfassend kann man sagen, dass man als Arzt, insbesondere in einer Universitäts- oder Akutklinik mit vielen Arbeitsstunden und schlaflosen Nächten rechnen sollte. Die guten Nachrichten sind, dass der Arbeitnehmer in Deutschland gesetzlich so gut geschützt ist, wie in kaum einem anderen Land. Die gesetzlichen Regelungen sorgen dafür, dass es Höchstarbeitsgrenzen gibt, die eingehalten werden müssen. Für die Einhaltung ist hauptsächlich der Arbeitgeber verantwortlich und er ist auch derjenige, der bei Verstößen haftet.

      Unser Tipp: Informiere dich schon im Vorstellungsgespräch darüber, welche Arbeitszeitregelungen im Krankenhaus gelten, nach welchem Modell man arbeitet, wie viele Dienste man in der Regel leisten muss und wie diese vergütet werden.

       

      Wir hoffen, dass dir dieser Artikel gefallen hat und stehen dir bei Fragen gerne zur Verfügung.

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        Assistenzarzt in einem Klinikum für Frührehabilitation: Sinnvoller Karrierestart für angehende Fachärzte Blogbeitrag + Video

        Die Frührehabilitation schließt direkt an die Akutbehandlung an. Frührehabilitation ist die frühestmöglich einsetzende Kombination aus akutmedizinischer und rehabilitationsmedizinischer Behandlung von Krankenhauspatienten verschiedener medizinischer Fachgebiete mit einer akuten Gesundheitsstörung und relevanter Beeinträchtigung verschiedener Körperfunktionen. Frührehabilitation findet in der Regel schon während der stationären Krankenhausbehandlung statt, das bedeutet: in der frühen Phase der Versorgung. In den meisten Fällen erfolgt die Frührehabilitation aber im Anschluss an die Krankenhausbehandlung in anderen, dafür spezialisierten Kliniken.

        In Deutschland meistverbreitet ist die neurologische Frührehabilitation. Im Bereich der neurologischen Rehabilitation gibt es ein sogenanntes Phasenmodell. Es umfasst die Phasen A bis F, die sich am Hilfebedarf des Patienten orientieren.

        Die folgende Tabelle zeigt die verschiedenen Phasen der neurologischen Rehabilitation:

         

        Phase Behandlung Art
        Phase A: Akutbehandlung (Stroke Unit, Intensivstation oder Normalstation) Sicherung lebenswichtiger Körperfunktionen (Atmung, Kreislauf etc.) Akut
        Phase B: Frührehabilitation Intensivmedizinische Betreuung (Stabilisierung von Herz, Kreislauf und Atmung) Akut / Reha
        Phase C: Weiterführende Rehabilitation Mobilisierung und Wiederherstellung der Selbstständigkeit (Essen, Anziehen etc.) Reha
        Phase D: ABH (Abschlussheilbehandlung) Steigerung der Alltagsfähigkeiten Ziel: Das Erreichen einer weitgehenden Selbstständigkeit Reha
        Phase E (berufliche Reha und Nachsorge) Berufliche Wiedereingliederung Reha
        Phase F: Langzeitpflege Dauerhafte Hilfe für Patienten, die darauf angewiesen sind Reha

         

        In der neurologischen Frührehabilitation (Phase B) erfolgt die Behandlung bei folgenden Erkrankungen:

        • Alle Formen der zerebralen Durchblutungsstörungen (z. B. Schlaganfälle, Hirnblutungen)
        • Hypoxische Hirnschäden (inkl. Wachkoma)
        • Schweres Schädelhirntrauma
        • Schweres Polytrauma unter Mitbeteiligung von Gehirn, Rückenmark, Nervenplexus und peripheren Nerven
        • Zustand nach neurochirurgischen Eingriffen
        • Bösartige Tumoren
        • Schwere Entzündungen des Gehirns (Meningitis, Enzephalitis)
        • Polyneuropathie z.B. nach langer intensivmedizinischer Behandlung

        Die neurologische Frührehabilitation hat in den vergangenen Jahren rasant an Bedeutung gewonnen. Das liegt insbesondere an den therapeutischen Fortschritten im Bereich der Neurologie sowie an der wachsenden Anzahl von Patienten mit neurologischen Erkrankungen.

        Daher kann der Start in einer Klinik für Frührehabilitation sehr sinnvoll sein und ist auch zu empfehlen.

        Hier ist der Alltag zwar auch alles andere als ruhig und gelassen, man kann aber umfassende Einblicke in die gesamte Komplexität von Krankheiten oder körperlichen Einschränkungen der Patienten bekommen. In den Kliniken, die auf Frührehabilitation spezialisiert sind, sammeln sich häufig Patienten mit sehr interessanten Krankheitsbildern. Der Aufenthalt der Patienten in einer solchen Klinik dauert deutlich länger als in einem Akutkrankenhaus. Somit kann sich der Arzt länger mit dem Patienten und seinem Krankheitsbild auseinandersetzen und auch andere fachspezifischen Krankheitsbilder zu erlernen. Dabei profitieren die jungen Ärzte von der Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Spezialisten-Team aus Ärzten der Neurologie, der Inneren Medizin, der Neurochirurgie, Atemtherapeuten, Pflege-, Ergo-, Physio- und Sporttherapeuten, Neuropsychologen, Logopäden, Masseuren und Sozialarbeitern.

        Welche Fachbereiche kann man in einer Klinik für Frührehabilitation abdecken?

        Der Start in einer Klinik für Frührehabilitation eignet sich insbesondere für Ärzte, die sich für einen der folgenden Fachbereiche interessieren:

        • Neurologie
        • Innere Medizin (inkl. Gastroenterologie, Endokrinologie, Kardiologie, Nephrologie, Angiologie)
        • Allgemeinmedizin
        • Notfallmedizin
        • Intensivmedizin

         

        Aber auch für andere Bereiche, wie z.B. die Radiologie und die Neurochirurgie, kann der Beginn in einer solchen Klinik von Vorteil sein, um relevante Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln.

        Neben ihrer neurologischen Grunderkrankung leiden viele der Patienten auch an weiteren relevanten Erkrankungen (z. B. internistischen Begleiterkrankungen). Diese werden auch in den Kliniken für Frührehabilitation behandelt. Deswegen steht in einigen solchen Kliniken ein umfassendes Spektrum an Untersuchungsverfahren und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, wie z.B.:

        • Endoskopie (z.B. PEG – Perkutane endoskopische Gastrostomie)
        • Internistische und neurologische Ultraschalluntersuchungen (Abdomensonographie; Herzkatheteruntersuchungen; extra- und intrakranielle Doppler und Duplexsonographie, Ultraschall des Muskels sowie der peripheren Nerven
        • Überwachung von Therapie von Herz, Kreislauf und Atmung
        • Röntgendiagnostik
        • EEG (Elektroenzephalographie)
        • Elektroneurographie und Elektromyographie
        • Evozierte Potentiale
        • FEES (Flexible endoskopische Evaluation des Schluckaktes) mit Ausbildungszertifikat
        • Liquordiagnostik
        • Computertomographie mit Angiographie
        • Kernspintomographie
        • Neuromonitoring mit Hirndrucküberwachung
        • 24h-EEG-Monitoring
        • Plasmapherese
        • Immunadsorption
        • Beatmungstherapie
        • Nierenersatzverfahren und Plasmapherese

         

        Viele junge Ärzte tendieren nach Abschluss des Medizinstudiums zu einem Beginn in einem Akutkrankenhaus. Der Job als Arzt in einer Akutklinik ist jedoch mit unvorhergesehenen Notfällen und einem ziemlich stressigen Arbeitsablauf verbunden. Insbesondere für ausländische Ärzte, die noch keinerlei Erfahrung in einem deutschen Krankenhaus haben, kann der Einstieg in einer Akutklinik sehr schwierig sein. Aufgrund der verkürzten Liegezeiten in den Akutkrankenhäusern erfolgen die Verlegungen früher und die Reha-Kliniken müssen Aufgaben übernehmen, die vor einigen Jahren noch in der Akutklinik angesiedelt waren. Die Ärzte in einer solchen Klinik behandeln also Patienten, bei denen der Gesundheitszustand ähnlich ist, wie in der Akutklinik. Ein Arzt in der Rehabilitationsklinik

        FSP Potsdam // 29.05.2020 // Prüfungsprotokoll

        Am 29. Mai 2020 hat einer unserer Teilnehmer seine medizinische Fachsprachprüfung (FSP) in Potsdam abgelegt und mit Bravour bestanden. Der Fall den er bekam, war etwas außergewöhnlich und zeigt, dass die Prüfer der Ärztekammern sich immer neue Geschichten und Fälle einfallen lassen, um Sie und Ihre sprachlichen Fertigkeiten auf den Prüfstand zu stellen. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle einen Rat ans Herz legen, der für alle Ärztinnen und Ärzte gilt: lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen! In der FSP werden Ihre sprachlichen Kenntnisse und Ihre Art der Kommunikation getestet. Sollten Sie eine Frage nicht beantworten können, ist das ok. Dann wissen Sie bitte, wie Sie damit umgehen sollen und wie Sie sprachlich darauf reagieren. 

        Sie alle haben Ihr Medizinstudium bereits geschafft, dann schaffen Sie die FSP mit Links! 

        Ich hoffe sehr, dass Ihnen der unten beschriebene Fall hilft bei Ihrer Vorbereitung! 

        An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an den Verfasser der Dokumentation, Sie haben das wirklich perfekt zusammengefasst! Und auch hier nochmal: Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg für Ihre Karriere in Deutschland. 

        Autor: Nina Colette (ärztesprech)

        Sehen Sie sich hier auch unser Video-Interview mit unserem Teilnehmer an, in dem er über seine Erfahrungen währen der FSP berichtet:

        Prüfungsprotokoll Potsdam / Mai 2020

        Frau Dr. XXX
        Musterstraße 18,
        12345 Potsdam 

        Potsdam, 29.05.2020 

        Sehr geehrte Kollegin, 

        wir berichten Ihnen nachfolgend über Herrn Martin Hartmann, geb. am 20.05.1990, wohnhaft in Musterstraße 20, 23456 Potsdam, der sich vom 23.04.2020 bis 03.05.2020 in unserer stationären Behandlung befand. 

        Diagnose 

        Verbrennungstrauma am Thorax 2. Grades 

        Herr Martin Hartmann stellte sich am 23.04.2020 wegen seit zwei Stunden bestehender Hautverbrennung am vorderen Teil des Brustkorbes vor, die er beim Grillen von einer großen Flamme bekommen habe. Dabei habe der Patient sofort starke Schmerzen verspürt und es hätten sich an der Haut des Brustkorbes Hautblasen und Rötung gebildet. Der Patient berichtete, dass er zwei Tabletten Paracetamol eingenommen habe, welche die Schmerzen teilweise gelindert hätten. Dyspnoe und Husten wurden verneint. 

        Als Vorerkrankungen gab der Patient an, an einer gastroösophagealen Refluxkrankheit zu leiden, die mit Omeprazol eingestellt worden sei. An Voroperationen habe er sich einer Schulterluxation vor 3 Jahren und einer Patellafraktur-Op nach einem Autounfall 2010 unterzogen. 

        Bis auf Einschlaf- und Durchschlafstörungen war die vegetative Anamnese unauffällig. 

        Nikotinkonsum wurde mit 7.5 py bejaht. Der Patient trinke fünf bis sieben Flaschen Bier pro Tag und drei Gläser Likör pro Woche. Drogenabusus wurde verneint. 

        In der Familienanamnese fanden sich ein Mammakarzinom bei der Mutter, das operativ behandelt worden sei, ein Pankreaskarzinom beim Bruder, das mit einer Teilresektion behandelt worden sei und ein Polytrauma beim Vater. 

        Der getrennte Elektriker wohne zurzeit in einer Mietwohnung. Er befindet sich aktuell unter Stress wegen seiner Scheidung. 

        Herr Hartmann, ein 30-jähriger Patient, war in schmerzbedingt reduziertem Allgemeinzustand sowie normalem Ernährungszustand. Zu allen vier Qualitäten war er orientiert. Klinisch fanden sich Erythema, zahlreiche Hautblasen und Druckdolenz an der Haut des vorderen Brustkorbes mit ca. 9% der Hautoberfläche sowie Tachykardie. Die übrige klinische Untersuchung war unauffällig. 

        Die stationäre Aufnahme erfolgte mit dem Verdacht auf ein Verbrennungstrauma am Thorax 2. Grades.  

        Laborchemisch wurden ein regelrechtes Hämoglobin und leicht erhöhte Entzündungsparameter nachgewiesen.  

        Radiologisch stellten sich keine Auffälligkeiten dar. 

        Nach entsprechender Vorbereitung und Aufklärung des Patienten wurden die Wunden unter Vollnarkose versorgt. Im Anschluss erhielt der Patient Breitspektrum-Antibiotika, hochdosierte Analgetika, Volumen- sowie Elektrolytsubstitution.  

        Im Verlauf verbesserte sich der Zustand des Patienten, daher konnte er am 03.05.2020 entlassen werden. 

         Medikation bei Entlassung: 

        Paracetamol 500mg 1-1-1 

        Ciprofloxacin 500mg 1-0-1 

         Wir entlassen den Patienten in deutlich gebessertem Allgemeinzustand in Ihre geschätzte ambulante Betreuung und bitten um regelmäßige Wundkontrollen. 

        Eine ambulante Wiedervorstellung bei uns zur Kontrolle wurde mit dem Patienten in zwei Wochen vereinbart. 

        Bei etwaigen Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.  

        Mit freundlichen kollegialen Grüßen 

        A.A. M. Fernandez 

        KOMMENTAR: 

        Die Prüfer waren immer nett (immer wenn sie den Patienten oder den Arzt nicht gespielt haben).  

        Im dritten Teil hat mir der Prüfer von Anfang an gesagt, dass ich den Fall vorstellen soll, als ob ich den Patienten schon nach Hause entlassen hätte. 

        Als ich mit der Fallvorstellung begonnen habe, hat der Prüfer mich fast sofort unterbrochen und mir gesagt, dass ich die Sozialdaten des Patienten nicht vorzustellen brauche. Dann wollte er auch keine Vorgeschichte oder andere Daten vom Patienten hören. Er wollte nur hören, wie und warum der Patienten kam, was ich mit dem Patienten in der Rettungsstelle gemacht habe und wie der Verlauf während des stationären Aufenthalts war. 

        Ihr solltet erwarten, dass der Prüfer während der Fallvorstellung mehrmals unterbricht und ihr solltet sofort auf die Fragen reagieren, das wird bewertet. 

        Fachbegriffe:  

        GCS (Glasgow-Coma-Scale), STEMI und andere zwei, an die ich mich nicht richtig erinnere, aber sie waren einfach. 

        Mit freundlichen Grüßen 

        Miguel Fernandez. 

        Anleitung zur optimalen Vorbereitung auf das ärztliche Bewerbungsgespräch

        Mit der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch sind Sie der von Ihnen angestrebten Stelle einen großen Schritt näher gekommen. Ihre Chancen, die Stelle zu bekommen, sind jetzt viel größer, Sie sollten sich allerdings nicht darauf ausruhen. Denn jetzt kommt der schwierigste Teil des Bewerbungsprozesses – sie müssen den Chefarzt und/oder den Personaler richtig von sich überzeugen, damit sie sich für Sie und nicht für einen anderen Bewerber entscheiden.

        Wir bekommen sehr oft die Frage:  “Wie kann ich mich am besten auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten?”. In diesem Blogbeitrag bekommen Sie ein paar Tipps zur optimalen Vorbereitung auf das Gespräch. 

        1. Lesen Sie sich die Stellenanzeige ganz genau durch.

        Daraus können Sie viele Informationen sowohl über das Klinikum, als auch über dessen Anforderungen an die Bewerber gewinnen. Lesen Sie daher die Stellenanzeige mehrmals vorsichtig durch und überlegen Sie danach, welche Informationen Sie für Ihr Vorstellungsgespräch nutzen können. Das können bestimmte Anforderungen sein, die sehr gut auf Ihre Person zutreffen oder bestimmte Informationen über die Arbeit und die Leistungen, die das Klinikum anbietet. Es kann durchaus auch sein, dass es Punkte in der Stellenanzeige gibt, die nicht klar genug formuliert sind und Fragen ihrerseits hervorrufen. Nutzen Sie das, in dem Sie die Fragen im Vorstellungsgespräch stellen. Das ist ein Zeichen von Interesse und Genauigkeit, was die Arbeitgeber in der Regel sehr zu schätzen wissen.

        2. Recherchieren Sie Informationen über das Klinikum, die Abteilung in der Sie sich bewerben und die angebotenen Leistungen.

        Dieser Punkt ist besonders wichtig. Sie sollten dem Chefarzt / dem Personaler zeigen, dass Sie wirklich in genau diesem Klinikum tätig sein möchten. Das ist nur der Fall, wenn Sie auch argumentieren können, warum das so ist. Gehen Sie im Vorfeld des Gesprächs mehrmals auf die Internetseite des Klinikums. Merken Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner (Chefarzt, Mitarbeiter vom Personalbüro und vom Chefarztsekretariat). Wenn Sie gleichzeitig mit dem Interview auch einen Hospitationstag machen, werden Sie höchstwahrscheinlich auch die anderen Mitarbeiter in der Abteilung kennenlernen, ihre Namen sollten Sie auch kennen. 

        Informieren Sie sich über die Struktur des Klinikums sowie darüber,  welche Leistungen im Klinikum angeboten werden und mit welchen Verfahren und Geräten dort gearbeitet wird. Sollten Sie keine Informationen hierfür auf der Internetseite finden, dann notieren Sie sich das als mögliche Fragen, die Sie im Bewerbungsgespräch dem Chefarzt stellen können. 

        3. Bereiten Sie Ihre Selbstpräsentation vor.

        Überlegen Sie genau, wie Sie sich vorstellen und welche Punkte Ihres Lebenslaufes Sie besonders betonen möchten. Gibt es besondere Kenntnisse, über die Sie verfügen? Oder vielleicht besondere Berufserfahrungen oder Tätigkeiten während Ihres Studiums? Ebenso sollten Sie überlegen, welche Punkte nicht so relevant sind und Sie lieber weglassen sollten. Die Selbstpräsentation sollte kurz aber aussagekräftig und auf den Punkt gebracht sein.  

        4. Verinnerlichen Sie Ihre Bewerbung und Ihren Lebenslauf.

        Es ist sehr wichtig, dass das, was Sie im Vorstellungsgespräch sagen, mit den Angaben in Ihrem Lebenslauf übereinstimmt. Wenn Sie widersprüchliche Angaben machen, könnte schnell der Eindruck entstehen, dass Sie nicht die Wahrheit sagen. Sollten es in Ihrem Lebenslauf Lücken geben, bereiten Sie eine Begründung hierfür vor. Es ist nicht tragisch, wenn der Lebenslauf Lücken aufweist, Sie werden aber im Vorstellungsgesprächs mit Sicherheit danach gefragt und sollten eine gute Erklärung dafür parat haben. 

        5. Bereiten Sie Ihre Antworten auf die häufigsten Fragen vor.

        Sie sollten auf jeden Fall gute Antworten auf die Standardfragen vorbereiten. In fast jedem Vorstellungsgespräch wird die Frage gestellt, warum Sie sich für das jeweilige Fachgebiet entschieden haben. Schreiben Sie sich Ihre Antworten auf solche Fragen  auf und üben Sie diese ebenso. In unserem Blogbeitrag “Standardfragen im ärztlichen Vorstellungsgespräch”   finden Sie weitere Tipps zu den häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch.

        6. Kennen Sie Ihren Fach

        Es kommt zwar selten vor, es kann aber trotzdem sein, dass Ihnen im Vorstellungsgespräch auch fachliche Fragen gestellt werden, insbesondere wenn Sie kein Berufseinsteiger sind, sondern bereits ein paar Jahre Erfahrung mitbringen. Um sich auf solche Fragen vorbereiten zu können, hilft es, sich an die medizinische Fachsprachprüfung zu erinnern und an die Fälle, die Sie dort gelernt haben. Lesen Sie auch ein paar Artikel aus einer medizinischen Fachzeitschrift. Mit solchem Wissen werden Sie mit Sicherheit Pluspunkte gewinnen. 

        7. Bereiten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen vor und nehmen Sie diese mit zum Bewerbungsgespräch.

        Das Klinikum hat zwar Ihre Unterlagen bekommen, es kann aber sein, dass der Chefarzt keine Zeit hatte, diese auszudrucken. Es macht einen sehr guten Eindruck, wenn Sie Ihren Lebenslauf und Ihre Referenzen dabei haben, damit demonstrieren Sie Ihre Professionalität.

        8. Trainieren Sie Ihre Körpersprache.

        Ihr Gesprächspartner wird (auch wenn das manchmal unbewusst passiert) auf Ihre Körpersprache achten. Eine ruhige Haltung, der gerade Rücken, der Blickkontakt, das freundliche Lächeln und der feste Händedruck zeigen Souveränität und tragen zu einer angenehmen Gesprächsatmosphäre bei. 

        9. Bereiten Sie Rückfragen vor.

        Sie sollten unbedingt Fragen dabei haben und diese auch stellen. Zum Einen, weil Sie damit Interesse signalisieren und zum Anderen, weil das Ihnen hilft, mehr über das Klinikum zu erfahren und beurteilen zu können, ob dieses Klinikum Ihren Vorstellungen entspricht. Auch hier gilt: Überlegen Sie sich gut, was Sie über das Klinikum interessiert und notieren Sie sich die Fragen. Damit Sie keine wichtige Frage vergessen, können Sie Ihre Notizen mitnehmen. Achten Sie allerdings darauf, dass Sie nicht zu viele Fragen stellen, es sollten nicht mehr als 2 bis 5 Fragen sein.

        10. Üben, üben, üben

        Üben Sie das Vorstellungsgespräch, Ihre Selbstpräsentation und Ihre Antworten auf die häufigsten Fragen mit einem Freund / Familienmitglied oder mit Ihrem Personalberater und bitten Sie sie um ein ehrliches Feedback. Das ist sehr wichtig, denn nur so können Sie sich bestmöglich auf das Gespräch vorbereiten. Wenn es niemanden gibt, mit dem Sie üben können, dann nehmen Sie ein Video von Ihrer Selbstpräsentation und Ihren Antworten auf. Das würde Ihnen sehr dabei helfen, sich während des Interviews sicherer und entspannter zu fühlen.

        Übrigens: Wenn Sie sich vor Ihrem Vorstellungsgespräch unsicher fühlen, dann können Sie gerne auch mit uns üben. Im Rahmen eines Video-Gesprächs trainieren wir mit Ihnen die wichtigsten Phasen und Fragen für das Bewerbungsgespräch und geben Ihnen weitere individuellen Anleitungen und Tipps. Kontaktieren Sie uns, um eine Simulation des Bewerbungsgesprächs zu buchen. Für Vermittlungskandidaten von inmed personal ist diese Leistung komplett kostenlos.

        Was Sie beim Anamnesegespräch in der Fachsprachprüfung beachten müssen.

        Das Anamnesegespräch dient der Generierung wichtiger Informationen Ihres Patienten, um eine Diagnose zu den Beschwerden zu stellen. Ein essenzieller Bestandteil der Behandlung Ihrer Patienten. Eine gewissenhafte Erhebung der Anamnese führt bereits zur Verdachtsdiagnose, die die weiteren Untersuchungsformen voraussetzt. 

        In der medizinischen Fachsprachprüfung, wie auch in der Praxis, steht das Anamnesegespräch an erster Stelle. Hier müssen Sie neben den inhaltlichen Aspekten auch formale Rahmenbedingungen kennen und umsetzen, um Ihre Prüfung erfolgreich zu bestehen.  

        Worauf müssen Sie in diesem Teil der Prüfung achten? 

        Sprechen Sie Ihre/n Patienten/in mit Namen an

        Das sollten Sie mehrmals während der Anamnese machen. Ich empfehle meinen Ärztinnen und Ärzten gerne, mit jeder einzelnen Anamnese (aktuell, Vorerkrankungen etc.) den Namen zu nennen, so haben Sie immer eine schöne Überleitung: “Frau Westenberger, gibt es wichtige Vorerkrankungen von denen ich wissen sollte?”. Stellen Sie am Anfang der Anamnese fest, wie Sie den Namen Ihres Patienten richtig aussprechen, das hilft Ihnen diesen sicher während des Gesprächs zu verwenden. 

        Kommunizieren Sie ohne größere Anstrengung und flüssig

        Üben Sie vorab so häufig wie möglich das Gespräch mit unterschiedlichen Antwortmöglichkeiten Ihrer Patienten. Die Prüfer achten darauf, ob Sie bei einer unerwarteten Antwort ins stocken geraten, sollte das der Fall sein, wirkt sich dies negativ auf die Bewertung aus. 

        Integrieren Sie Nachfragen und Informationen des Patienten in den Anamneseverlauf

        Das bedeutet, dass Sie aufmerksam zuhören sollen und sich fleißig Notizen machen sollen. Achten Sie darauf, was Ihr/e Patient/in Ihnen sagt und arbeiten Sie mit den Informationen. Gibt Ihr/e Patient/in Ihnen bereits zu Anfang die Information, dass er/sie zwei Kinder hat, fragen Sie bitte in der Sozialanamnese nicht nochmal: “Frau/Herr XY, haben Sie Kinder?”. Ein Fehler der gerne und häufig gemacht wird, findet in der vegetativen Anamnese statt. Der Patient erzählt bereits in der aktuellen Anamnese, dass er sich drei mal übergeben hat, dennoch fragen viele dann nochmal in der vegetativen Anamnese, ob er erbrochen hat. Erbrechen und Übergeben sind das gleiche, lernen Sie Synonyme und kennen Sie das Vokabular Ihrer Patienten, um solche Fehler in der Prüfung, wie auch in der Praxis zu umgehen. 

        Führen Sie das Gespräch zielgerichtet

        Ihr/e Patient/in in der Prüfung, wie auch in der Praxis kann vom Thema abschweifen. Besonders, wenn Sie einen Patienten haben, der gerne viel redet, kann es sein, dass Sie von Ihrem eigentlich Ziel, der Anamnese abkommen und über andere Sachverhalte anfangen zu sprechen. Achten Sie während der Anamnese darauf, dass Sie nur wenig Zeit haben und es Ihr oberstes Ziel ist, die Fragen der Anamnese zu stellen und beantwortet zu bekommen. 

        Beantworten Sie Rückfragen sprachlich richtig

        Hören Sie bitte genau hin, was Ihr/e Patient/in von Ihnen wissen möchte. Häufig passiert es, dass die Fragen des Patienten nicht zu seiner Zufriedenheit beantwortet werden und er/sie eigentlich etwas anderes wissen wollte. Daher ist es wichtig aufmerksam zuzuhören und gegebenenfalls sogar selbst nochmal nachzufragen, um die Fragen Ihres Patienten richtig zu beantworten. 

        Achten Sie auf Ihre Aussprache

        Ja, ganz recht, auch die Aussprache fließt in die Bewertung in der medizinischen Fachsprachprüfung mit ein. Für viele ausländische Ärztinnen und Ärzte ist die richtige Aussprache eine große Herausforderung. Dennoch ist sie sehr wichtig, denn wenn die Prüfer und später Ihre Patienten Sie nicht richtig verstehen, wirkt sich das negativ auf die Anamnese aus. In der Prüfung wirkt es sich negativ auf die Bewertung aus und in der Praxis kann es dazu führen, dass es sich negativ auf das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihren Patienten auswirkt. Achten Sie daher beim Lernen von Anfang an darauf, die Worte und Sätze richtig auszusprechen, denn sonst lernen Sie sie zweimal. 

        Kennen Sie den Unterschied zwischen Fragen und Aussagen

        Lernen Sie dafür besonders den Satzbau. Eine Frage unterscheidet sich syntaktisch von einer Aussage und umgekehrt.

        Erklären Sie das weitere Procedere umgangssprachlich und gut verständlich

        Benutzen Sie bitte im gesamten Anamnesegespräch keine Fachbegriffe. Sollten Sie doch mal einen benutzen, erklären Sie ihn bitte umgehend. Das gleiche gilt, wenn Sie die weiteren Schritte nennen. Sprechen Sie hier bitte nicht von einer Abdomensonographie, sondern von einem Ultraschall des Bauches. 

        Antworten Sie flexibel auf Verständnisfragen

        Manchmal kann es vorkommen, dass Ihr Patient Ihre erste Erklärung eines Sachverhaltes nicht ganz verstanden hat und Ihnen das mitteilt. Auch die Prüfer werden so tun, als haben Sie eine Erklärung Ihrerseits nicht verstanden und bitten Sie, das gleiche mit anderen Worten zu beantworten. Üben Sie also verschiedene Antwortmöglichkeiten zu einzelnen Fragen und trainieren Sie Ihren Wortschatz. Denn das ist die größte und wichtigste Veränderung vom B2 zum C1 Niveau.  

        Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit diesem Beitrag helfen.

        Wenn Sie gerne wissen möchten, ob Sie die Anforderungen Ihres Prüfungsortes erfüllen, können Sie jederzeit gerne eine Prüfungssimulation mit unserer FSP-Dozentin Nina Colette vom ärztesprech buchen. Für Kandidaten von inmed personal sind die Kurse vom ärztesprech komplett kostenlos. Kontaktieren Sie uns und informieren Sie sich über die Voraussetzungen hierfür oder melden Sie sich direkt beim ärztesprech.
         

        Aufklärungsgespräch: laparoskopische Cholezystektomie

        Im Folgenden Text haben wir Ihnen verschriftlicht, wie Sie Ihre Patienten in der medizinischen Fachsprachprüfung (FSP) über diesen Eingriff aufklären können. Bitte beachten Sie, dass wir die Aufklärung sehr detailliert beschreiben. Da die Zeit in der Prüfung begrenzt ist, sollten Sie prüfen, wie schnell Sie sprechen und wie viele Informationen Sie aus unserer Aufklärung in Ihrer Prüfung verwenden können.

        Was ist eine laparoskopische Cholezystektomie?

        Die laparoskopische Cholezystektomie ist eine Form der Entfernung der Gallenblase. Sie hat die offene Cholezystektomie weitestgehend abgelöst und ist inzwischen eine Standardoperation in der minimal-invasiven Chirurgie. 

        Wie wird dieser Eingriff durchgeführt?

        Um diesen Eingriff durchführen zu können, werden wir Sie in eine Vollnarkose versetzen. Sie werden bei diesem Eingriff also nicht bei Bewusstsein sein und somit nichts davon spüren. Dann werden wir Einstiche in Ihren Bauch durchführen, durch die wir Ihre Bauchhöhle mit Kohlendioxid auffüllen. Das machen wir, damit Ihre Bauchdecke angehoben wird, um reichlich Platz für die Übersicht mit der Kamera, sowie dem Arbeiten mit den Operationsinstrumenten zu schaffen. 

        Unter Beobachtung mit der Kamera werden wir drei kleine Instrumente entlang Ihres Rippenbogens einführen. Mit diesen eingeführten Instrumenten wird die Gallenblase entfernt. 

        Damit die Wundflüssigkeit und gegebenenfalls eine Nachblutung abfließen und kontrolliert werden kann, werden wir Ihnen einen Schlauch legen, eine sogenannte Drainage. Im Anschluss wird die Wunde genäht und das war es auch schon. Der Eingriff dauert ca. eine Stunde. 

        ZUSATZ: auch akut entzündete Gallenblasen können laparoskopisch entfernt werden. Dabei wird die entzündete Gallenblase vor dem Entnehmen von einem elastischen Körbchen umhüllt, um bei eventuellem Durchstoßen des Gewebes die Kontamination der Bauchhöhle mit Galle und Eiter zu verhindern. 

        Was muss der Patient vor der Operation beachten? 

        Bitte beachten Sie, dass Sie vor der Operation nüchtern sein müssen. Wie lange genau Sie vor der Operation nichts essen dürfen, wird unser Narkosearzt (Anästhesist) noch im Detail mit Ihnen besprechen. 

        Welche Komplikationen können während des Eingriffs auftreten?

        Eine Darstellung aller möglichen Komplikationen geht an dieser Stelle zu weit. Sie werden vor der Operation noch ganz genau über den Eingriff aufgeklärt. Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass es prinzipiell bei jeder Operation zu einer Infektion kommen kann. Sollte das der Fall sein, kann das bedeuten, dass wir Ihnen Medikamente gegen die Infektion geben müssen. Auch Blutungen können auftreten, in diesem Fall kann es sein, dass Sie von uns eine Bluttransfusion erhalten. Was ich Ihnen versichern kann, ist, dass es extrem selten zu einer Verletzung eines benachbarten Organs wie der Leber, des Hauptgallenganges, von Blutgefässen, des Darmes oder Magens kommt. 

        Wie lange muss der Patient im Krankenhaus bleiben? 

        Wenn bei dem Eingriff alles gut läuft, bleiben Sie zwei Tage zur Beobachtung bei uns im Krankenhaus. Sollten doch Komplikationen auftreten, wovon ich nicht ausgehe, kann sich die Dauer Ihres Aufenthaltes auf ungefähr sieben Tage verlängern. 

        Liebe Ärztinnen und Ärzte, denken Sie bei einem Aufklärungsgespräch immer daran, dass Ihr Patient vermutlich verängstigt ist vor dem Eingriff. Seien Sie also verständnisvoll, wenn er oder sie viele Rückfragen stellt. Mit einer ruhigen Art und empathischem Auftreten, bleiben auch Ihre Patienten ruhig und Sie beenden das Gespräch positiv. 

        Wir hoffen sehr, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag weiterhelfen und stehen Ihnen für Fragen und Anregungen jederzeit gerne zur Verfügung! Bei Fragen zur FSP kontaktieren Sie unseren Kooperationspartner ärztestpech.

        Standardfragen im ärztlichen Vorstellungsgespräch

        Einer der wichtigsten Schritte auf Ihrem Weg zur Karriere als Arzt in Deutschland ist das Vorstellungsgespräch. Wenn Sie zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurden, bedeutet das, dass Ihre Bewerbungsunterlagen dem Klinikum gut gefallen haben. Nun geht es darum zu beweisen, dass Ihr Lebenslauf auch hält, was er verspricht und dass Sie auch von Ihrer Persönlichkeit her für die Stelle geeignet sind.

        In unserem letzten Blogbeitrag haben wir bereits wichtige Informationen rund um das ärztliche Bewerbungsgespräch für Sie zusammengefasst. In diesem Blogbeitrag bekommen Sie nutzvolle Tipps dafür, wie Sie sich während des Bewerbungsgesprächs in Deutschland verhalten sollten und wie Sie Standardfragen beantworten sollten.

        Sehen Sie sich hierzu zuerst unser Video: Simulation eines ärztlichen Bewerbungsgesprächs an.

        Tipps zum Vorstellungsgespräch im Krankenhaus:

        Die Begrüßung

        Informieren Sie sich im Vorfeld darüber, wer das Bewerbungsgespräch mit Ihnen führen wird und merken Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner. Auch die Namen der Mitarbeiter vom Chefarzt-Sekretariat sind wichtig, da Sie höchstwahrscheinlich auch mit ihnen zu tun haben werden. Begrüßen Sie Ihre Gesprächspartner höflich und bedanken Sie sich für die Einladung. Bringen Sie zum Ausdruck, wie sehr Sie sich darüber gefreut haben, aber übertreiben Sie nicht mit der Euphorie. 

        Möchten Sie etwas trinken? 

        Das Annehmen eines Getränks ist ein Zeichen von Höflichkeit und sozialer Kompetenz.  Auch wenn Sie keinen Durst haben, ist es daher empfehlenswert das Angebot anzunehmen. Wählen Sie eins der Getränke, die Ihnen angeboten wurden (meistens Wasser, Kaffee oder Tee) und äußern Sie lieber keine Sonderwünsche, wie z.b.: “Ich nehme gerne einen Cappuccino”. 

        Erzählen Sie uns über sich.

        Diese Frage hat einen hohen Stellenwert im Bewerbungsgespräch und wird fast immer gestellt. Bei der Antwort auf diese Frage beginnen die meisten Bewerber mit: “Mein Name ist…”. Das ist nicht unbedingt falsch, aber an der Stelle unnötig. Ihr Gesprächspartner kennt bereits Ihren Namen und hat Sie mehrmals damit angesprochen. Auch das Nennen Ihres Alters ist nicht zwingend notwendig. Wichtig ist hier, dass Sie eine Zusammenfassung Ihres Lebenslaufs präsentieren. So hat der Gesprächspartner die Möglichkeit zu überprüfen, ob das was Sie erzählen mit dem übereinstimmt, das in Ihrem Lebenslauf steht. Gehen Sie nicht viel zu sehr ins Detail, aber achten Sie zugleich darauf, keine wichtigen Punkte zu vergessen.  Betonen Sie an dieser Stelle die Punkte, die Ihrer Meinung nach besonders wichtig sind für die Tätigkeit, für die Sie sich bewerben. In unserem Beispiel hat die Bewerberin ihre Nebentätigkeit während des Studiums betont, da die praktische Erfahrung ein großer Vorteil ist bei der Bewerbung. 

        Warum möchten Sie in Deutschland tätig sein?

        Hier müssen Sie nicht unbedingt die Punkte nennen, die unsere Bewerberin im Video aufgezählt hat. Seien Sie ehrlich und authentisch. Ihre Beweggründe nach Deutschland zu ziehen, können auch privater Natur sein, wie z.B. Familie oder Freunde, die ebenso dort wohnen. 

        Warum haben Sie sich für diesen Fachbereich entschieden?

        Das ist eine besonders wichtige Frage, die in fast jedem Bewerbungsgespräch gestellt wird. Für die Chefärzte ist es sehr wichtig zu wissen, dass Sie sich wirklich für dieses Fachgebiet interessieren und sich nicht einfach überall bewerben. Eine gute Begründung Ihrer Wahl zeigt, dass Sie sich strukturiert mit dem Thema auseinandergesetzt haben und Ihre Ziele diszipliniert verfolgen. Überlegen Sie sich im Vorfeld des Gesprächs gut, was Ihnen an dem Fachgebiet besonders gefällt und warum Sie sich dafür entschieden haben. Auch hier gilt: seien Sie ehrlich und authentisch. Hier können Sie auch ruhig etwas mehr ins Detail gehen. Somit zeigen Sie, dass Sie auch über ausreichende Fachkenntnisse in dem Bereich verfügen. 

        Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

        Die Antwort auf dieser Frage verrät viel über Ihre Motivation. Wer ein klares Ziel vor Augen hat, arbeitet meistens konzentriert daran, es zu erreichen. Außerdem möchten Kliniken langfristig planen können und versuchen zu vermeiden, jemanden einzustellen, der von Tag zu Tag lebt und sich bald wieder für etwas ganz anderes entscheidet. 

        Informieren Sie sich im Vorfeld über die Dauer der von Ihnen angestrebten Weiterbildung, wie es auch unsere Bewerberin in dem Fall gemacht hat. Die Facharztausbildung dauert in der Regel 5-6 Jahre, daher kann es sein, dass die richtige Antwort lautet: “ In 5 Jahren bin ich im letzten Jahr meiner Facharztausbildung”.  Damit zeigen Sie, dass Sie nicht nur einen klaren Plan haben und gut informiert sind, sondern auch, dass Sie vor haben, die Facharztweiterbildung in der dafür vorgesehenen Zeit ohne Verzögerungen zu absolvieren. 

        Haben Sie noch Fragen?

        Keine Fragen zu haben, wäre falsch und ein Zeichen für fehlendes Interesse. Außerdem dient das Bewerbungsgespräch auch dazu herauszufinden, ob Ihnen das Klinikum gefällt und Sie sich dort wohl fühlen würden.  Stellen Sie ruhig die Fragen die Sie interessieren. Das können Fragen nach dem Dienstplan sein, nach der Einarbeitungsphase oder nach dem Ausbildungsplan. Unpassend wäre es Fragen zu stellen, deren Antworten bereits auf der Internetseite des Klinikums leicht zu finden sind, wie z.B.: “ Über wie viele Betten verfügt Ihr Krankenhaus”. Zeigen Sie, dass Sie sich über das Krankenhaus und seine Leistungen gut informiert haben und sich nun nach den weiteren Besonderheiten erkundigen möchten, um ein besseres Bild davon zu bekommen. 

        Wir hoffen, dass der Artikel Ihnen gefallen hat. Für weitere Fragen rund um das Bewerbungsgespräch, kontaktieren Sie uns.

        FAQ zum ärztlichen Bewerbungsgespräch

        Sie haben eine Einladung zum Bewerbungsgespräch bekommen? Herzlichen Glückwunsch! Das bedeutet, Sie haben es in die engere Wahl geschafft. Sicherlich stellen sich Ihnen viele Fragen dazu, was Sie genau erwartet und was zu beachten ist. Wir haben für Sie die Antworten der häufigsten Fragen zusammengefasst, damit Sie wissen, was auf Sie zukommt. 

        Wer führt das Bewerbungsgespräch? 

        In der Regel wird das Bewerbungsgespräch von dem Chefarzt geführt, manchmal kommt auch ein Vertreter der Personalabteilung oder auch ein Ober- oder Facharzt dazu, unter dessen Anleitung Sie in Zukunft arbeiten werden. 

        Worüber spricht man im Vorstellungsgespräch?

        Das Klinikum, in dem Sie sich beworben haben, kennt Sie nur auf dem Papier. Im Bewerbungsgespräch geht es darum zu erfahren, ob das was in Ihrem Lebenslauf steht auch wirklich stimmt bzw. offene Fragen zu Ihrem bisherigen Werdegang und Ihren fachlichen Qualifikationen  zu klären. Bei ausländischen Bewerbern soll natürlich auch überprüft werden, ob Sie die deutsche Sprache ausreichend gut beherrschen, um mit Kollegen und Patienten kommunizieren zu können.  Nicht an letzter Stelle ist es für den Arbeitgeber wichtig, mehr über Ihre Motivation zu erfahren und beurteilen zu können, ob SIe von Ihrer Persönlichkeit her gut ins Team passen würden. Häufig gestellte Fragen im Bewerbungsgespräch sind:

        1. Erzählen Sie uns etwas mehr über sich und Ihren bisherigen Werdegang.
        2. Warum haben Sie diesen Fachbereich der Medizin gewählt?
        3. Warum haben Sie sich für Deutschland entschieden?
        4. Wo sehen Sie sich in 3/5/10 Jahren?
        5. Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
        6. Warum haben SIe sich bei uns beworben?

        Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass Ihnen auch fachliche Fragen aus Ihrem medizinischen Fachbereich gestellt werden. Manche Arbeitgeber stellen auch persönliche Fragen, wie z.B. Fragen zu Ihrer Familie oder Familienplanung. Auch, wenn das nicht so häufig vorkommt, ist es empfehlenswert, dass Sie sich auch auf solche Fragen gut vorbereiten.

        Wie viele Bewerbungsgespräche gibt es?

        Das hängt ganz vom Krankenhaus ab, in dem Sie sich beworben haben, sowie von der Zahl der Bewerber, die für die Stelle in Betracht kommen. Oft bekommen Sie gleich nach dem ersten Gespräch Bescheid, ob Sie die Stelle bekommen oder nicht. Es könnte aber auch vorkommen, dass Sie mehrere Gespräche führen müssen, bevor das Klinikum eine endgültige Entscheidung trifft. 

        Übernimmt das Krankenhaus die Reisekosten für das Vorstellungsgespräch?

        Grundsätzlich muss ein Arbeitgeber, der zu einem Vorstellungsgespräch lädt, die damit verbundenen Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten tragen, es sei denn dies wurde in der Einladung explizit ausgeschlossen. Diese Kosten muss der Arbeitgeber auch in dem Fall tragen, wenn Sie eine Absage bekommen. 

        Es ist allerdings immer besser, wenn solche Fragen im Vorfeld geklärt werden, damit es nicht im Nachhinein zu unangenehmen Auseinandersetzungen kommt.

        Unser Tipp: Sollte der Arbeitgeber das nicht von sich aus ansprechen, fragen Sie, bevor Sie Ihre Reise organisieren, vorsichtig beim Klinikum nach, ob dieses die Kosten für das Vorstellungsgespräch übernimmt und wenn ja – in welcher Höhe (manche Krankenhäuser übernehmen die gesamten Kosten und sogar die Volle Organisation Ihrer Anreise, andere vereinbaren z.B. eine Reisekostenpauschale und übernehmen Ihre Kosten nur bis zu einem bestimmten Maximalbetrag).

        Werden Vorstellungsgespräche auch telefonisch / per Video-Gespräch geführt?

        Ja, das kommt in den letzten Jahren immer häufiger vor. Vor allem für ausländische Bewerber und solche, die weit weg vom Standort des Klinikums wohnen und deren Anreise mit einem großen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden ist, macht es SInn, das erste Gespräch per Telefon oder über eine Videoplattform zu führen. Die Kliniken lassen sich immer mehr darauf ein und bevorzugen diese Variante sogar oft, da es für sie ebenso weniger aufwendig ist, als ein Bewerbungsgespräch vor Ort zu organisieren. 

        Besteht die Möglichkeit, dass ich nur nach einem Telefongespräch eine Zusage bekomme?

        Das kommt zwar selten vor, ist aber in der Regel nicht ausgeschlossen. Wenn Sie bereits am Telefon einen sehr guten Eindruck hinterlassen und von sich überzeugen, kann es durchaus sein, dass Sie sofort eine Stellenzusage und einen Arbeitsvertrag bekommen. Außerdem gelten in der Regel die ersten sechs Monate als Probezeit (“in der Regel”, da im Arbeitsvertrag auch eine kürzere Probezeit vereinbart werden darf , was aber normalerweise nicht der Fall ist). Während der Probezeit, kann sowohl das Krankenhaus, als auch Sie jederzeit ohne das Vorliegen eines besonderen Grundes, unter der Einhaltung einer kurzen (i.d.R. 2 Wochen) Kündigungsfrist das Arbeitsverhältnis beenden. (Wichtige Info: Sie, als Arbeitnehmer dürfen Ihren Vertrag immer ohne Grund kündigen, das gilt auch nach Ablauf der Probezeit, nur die Kündigungsfristen sind nach der Probezeit länger).

        Ist es sinnvoll das Bewerbungsgespräch mit einer Hospitation zu verbinden?

        Ja, das ist auf jeden Fall sinnvoll und sogar empfehlenswert. Das Bewerbungsgespräch ist nicht nur dafür da, dass der Arbeitgeber Sie besser kennenlernt, sondern auch umgekehrt. Im Rahmen einer Hospitation (auch wenn diese nur einen Tag lang dauert) haben Sie die Möglichkeit , einen besseren Eindruck von dem Krankenhaus zu bekommen und Ihre zukünftigen Kollegen kennenzulernen. So können sie besser beurteilen, ob dieses Krankenhaus Ihren Vorstellungen entspricht und Sie sich dort wohl fühlen werden. 

         

        Wir hoffen, dass dieser Artikel hilfreich für Sie gewesen ist. Sollten Sie noch Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns. 

        Im Laufe nächster Woche erscheint auch unser neues Video zum Thema: Standardfragen im ärztlichen Bewerbungsgespräch. Abonnieren Sie unseren Youtube-Kanal, um keine Videos zu verpassen.

        Wegfall der 14-tägigen Quarantänepflicht – alle Infos im Überblick

        Wegfall der 14-tägigen Quarantänepflicht - alle Infos im Überblick

        Seit Mitte April bestand für alle Personen, die nach Deutschland einreisen eine verbindliche zweiwöchige Quarantäne. Hiervon waren nur bestimmte Berufs- und Personengruppen ausgenommen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllten (wie z.B. dringende berufliche Tätigkeit oder ein Aufenthalt aus dringenden ausbildungs- bzw. beruflichen Gründen, der nicht länger als 5 Tage dauert). Diese Beschränkungen sollten ursprünglich bis zum 15. Juni 2020 gelten. 

        Nun wurde aber die Verordnung geändert. Seit dem 16. Mai 2020 gilt die zweiwöchige Quarantänepflicht nun nur noch für Drittstaatsangehörige. Für Einreisende aus der EU, dem Schengen-Raum, Großbritannien und Nordirland besteht zwar weiterhin eine Quarantäne-Empfehlung, wenn diese aus Regionen mit hohen Infektionszahlen einreisen, aber keine Pflicht mehr.  

        Was Sie aktuell beachten müssen, wenn Sie nach Deutschland einreisen müssen/möchten: 

        Trotz Lockerung der Bestimmungen gilt weiterhin, dass nicht notwendige Reisen untersagt werden können. 

        1. Wenn Sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, dürfen Sie uneingeschränkt nach Deutschland einreisen. 
        2. Wenn Sie Ihren gewöhnlichen Wohnsitz in Deutschland haben zu dem Sie zurückkehren möchten, ist die Rückreise gestattet, soweit Sie:
        • ein Staatsangehöriger (oder ein Familienmitglied eines Staatsangehörigen) eines EU-Staates, des Vereinigten Königreichs, Liechtenstein, der Schweiz, Norwegens und Islands  sind.
        • ein Drittstaatsangehöriger sind und über einen längerfristigen Aufenthaltstitel, einschließlich eines Visums für den längerfristigen Aufenthalt verfügen. 

             4. Wenn Sie eine wichtige Funktion ausüben oder aus einem dringenden Grund einreisen und  einen entsprechenden Nachweis hierfür vorlegen können.

        Als dringend gelten unter Anderem folgende Einreisegründe:

        • Berufsbedingte Gründe
          • Berufliche Tätigkeiten im Rahmen einer Erwerbstätigkeit, die in der EU bereits ausgeübt werden, auch Dienst- oder Geschäftsreisen und Entsendungen. Einreisen zur erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sind nur möglich, wenn der oder die Reisende eine wichtige Funktion ausübt. Dies betrifft vor allem Gesundheitspersonal, Gesundheitsforscher und Altenpflegepersonal sowie Personal im Gütertransport und sonstiges Transportpersonal, soweit dies erforderlich ist. Als Nachweis sollte unbedingt der Arbeitsvertrag sowie die Bestätigung der Systemrelevanz vorgelegt werden.
          • Durchreise zu beruflichen Zwecken einschließlich Berufsausbildung und zum Studium, sofern die Einreise in den Zielstaat nachweislich möglich ist und keine Alternativverbindungen existieren. Bei Hospitationen ist nachzuweisen, dass diese dringenden Ausbildungs- bzw. berufsbezogenen Zwecken dienen. 
        • Familiäre Gründe
          • Besuch des Ehegatten, Lebenspartners, Lebensgefährten
          • Besuch von Verwandten; insbesondere Kinder, Enkel, Eltern, Großeltern, Geschwister, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen
          • Sorgerechts- und Umgangsangelegenheiten zur Betreuung von minderjährigen Kindern, dies beinhaltet auch das gegenseitige Besuchen/Abholen
          • Teilnahme an wichtigen familiären Anlässen, wie Hochzeiten, Begräbnisse, religiöse Feiern, auch für andere Personen als Familienangehörige
        • Medizinische Gründe, Pflege
          • Pflege von Familienangehörigen, die in Deutschland leben, bis zur Verwandtschaft zweiten Grades
          • Ärztliche Behandlung
          • Wahrnehmung medizinischer Behandlungen, zum Beispiel Physiotherapie
        • Ausbildungs-, Schul- und Studienzwecke einschließlich Kindertagesstätten
        • Grundbesitz, Zweitwohnung
          • Die Pflege und der Unterhalt von Grundbesitz, Mietwohnungen, gepachteten Flächen und Ähnlichem sind gestattet.
        • ·Sonstige Gründe
          • Die Aufzählung der dringenden Gründe ist nicht abschließend. Einreisen zu vergleichbaren Zwecken sind ebenfalls gestattet, wie der Wahrnehmung behördlicher Termine oder Versorgung von Tieren.

        Einreisen aus touristischen Gründen oder zum Einkaufen sind weiterhin nicht gestattet.

        Wir hoffen, dieser Artikel war hilfreich für Sie! Bei Fragen wenden Sie Sich gerne an uns.

         

        *Quellen: 

        1. Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat: https://www.bmi.bund.de/
        2. Bundespolizei: https://www.bundespolizei.de/

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